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Vergils Leben.

P. Vergilius Maro wurde den 15. Oktober des Jahres 70 v. Chr. G. (684 a. u. c.) zu Andes (jekt Pietole), einem Dorfe in der Nähe von Mantua, geboren, wo sein Vater ein Landgut hatte. Seine Mutter hieß Magia (Polla). Der Vater ließ den begabten Knaben in Cremona, später, als derselbe die toga virilis angelegt hatte, in Mediolanum unterrichten. Im Jahre 53 fam Vergil nach Rom. Von Lehrern, deren Unterricht er daselbst genoß, werden der Redner Epidius und der epikureische Philosoph Siron genannt, von denen der lektere ihn nicht bloß in das Studium der Philosophie, welchem er zeitlebens ergeben blieb, sondern auch in das der Physik einführte. Nach Vollendung seiner Studien kehrte Vergil in sein Heimatsdorf zurück und widmete sich, da seine schwächliche Gesundheit ihm nicht erlaubte, die Beamten: laufbahn zu betreten, der angeborenen Neigung folgend, der Bewirtschaftung des väterlichen Gutes und der Beschäftigung mit Wissenschaft und Poesie. Dieses zwischen Naturgenuß und ernster Geistesarbeit geteilte Leben erlitt eine unliebsame Störung durch die Ereignisse des Jahres 41, in welchem die seit langem versprochene Verteilung von Äckern an die Veteranen der Triumvirn stattfand. Mehrere Städte Italiens, die es mit Brutus und Cassius gegen die Triumvirn gehalten hatten, wurden samt ihrem Gebiete den Soldaten preisgegeben; unter ihnen befand sich auch Cremona. Da aber die Ländereien dieser Stadt den Ansprüchen der Veteranen nicht genügten, so rissen diese das Gebiet des benachbarten Mantua eigenmächtig an sich. So kam es, daß Vergils Vater von seinem Gute verjagt wurde. Damals verwaltete das transpadanische Gallien als Legat des Triumvirn Antonius der als Staatsmann, Feldherr und Schriftsteller gleich ausgezeichnete C. Asinius Pollio, dessen Beifall und Gunst sich Vergil durch seine bisherigen dichterischen Versuche erworben hatte. Auf Fürsprache dieses Gönners, sowie des Dichters Cornelius Gallus, seines Jugendfreundes, erhielt Vergil, der sich nach Rom begeben hatte, um dort bei den Machthabern Schuß zu suchen, von Octavianus, der auf den jungen Dichter bereits aufmerksam geworden war, die väterliche Besigung zurück. Doch kurze Zeit darauf verlor sie Vergil wieder, da P. Alfenus Varus, des Octavianus Legat, welcher nach dem Ausbruche des perusinischen Krieges (41–40 v. Chr.) an Stelle des C. Asinius Pollio mit der Äckerver

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Harpyien, nach Epirus, wo er den Trojaner Helenus und Hektors Witwe Andromache antrifft. Von dem Seher Helenus über die weitere Reise unterwiesen, sekt er nach Italien über und segelt an der Ostküste der Halbinsel entlang weiter; mit Vermeidung der Scylla und Charybdis landet er bei den Kyklopen (am Aetna in Sizilien). Hier nimmt er den Achaemenides, einen Gefährten des Ulires, auf, der ihm von Polyphemus und Uliyes erzählt, und fährt an der Südküste der Insel hin bis in die Gegend von Drepanum, wo Anchises stirbt. Als Aeneas von hier die Westküste Italiens zu erreichen sucht, verschlägt ihn der Sturm nach Karthago.

IV. Didos Teilnahme für den Helden hat sich z11 heftigster Liebe, die auch Aeneas erwidert, gesteigert. Juno fördert diese Leidenschaft, um Aeneas dauernd an Starthago zu fesseln. Seiner Bestimmung vergessend, giebt sich dieser einem müßigen Wohlleben hin, bis ihn die durch Mercurius übermittelten Befehle des Juppiter zur Weiterfahrt zwingen. Mit Schmerz reißt er sich los; die verlassene Dido giebt sich unter Verwünschungen des Ungetreuen den Tod.

V. Wieder treibt ein Sturm Aeneas von seinem Ziele weg; er landet in Sizilien bei dem Trojaner Akestes (unfern des Berges Eryr). Zu Ehren seines im Vorjahre in dieser Gegend verstorbenen Vaters veranstaltet er eine Totenfeier mit Kampfspielen. Während derselben zünden die trojanischen Frauen, aufgestachelt von fris, der Botin der Juno, die Flotte an; doch gehen bloß vier Schiffe zu Grunde, da ein Regen, welchen Juppiter auf Aeneas' Flehen sendet, den Brand löscht. Dem Rate des Nautes folgend, läßt Aeneas einen Teil seiner Gefährten bei Akestes zurück (Gründung von Segesta) und bricht mit dem Reste nach Italien auf. Während der Fahrt verliert er seinen Steuermann Palinurus, der, ein Dpfer für Neptunus, von dem Schlafgotte in die Fluten gestürzt wird, und erreicht, unter dem Schuße des Meergottes an den Sirenenfelsen vorübersegelnd, Italien, woselbst er in der Nähe von Cumae ans Land geht.

VI. Hier sucht er, eingedenk der Weisungen des Helenus und des Anchises, die Seherin Sibylla auf, die ihn über die nächste Zukunft belehren und in die Unterwelt führen soll, zu welcher sich der Eingang in der Nähe befindet. Sibylla prophezeit ihm einen blutigen Krieg in Latium. Nachdem Aeneas im Haine der Hekate den goldenen Zweig, der zum Betreten der Unterwelt berechtigt, unter Führung eines von Venus gesandten Taubenpaares gefunden und den inzwischen von Aeolus ins Meer gestürzten Misenus bestattet hat, wird der Gang in das Totenreich angetreten. Sibylla führt Aeneas durch alle Räume desselben. Er trijst mit Palinurus, mit Dido, init Deiphobus

zusammen; er sieht den Tartarus und hört von den Qualen der Verworfenen. Im Elysium findet er seinen Vater, welcher ihm die Seelen zeigt, denen bestimmt ist, dereinst in Latium als seine und seines Volkes Nachkommen zu einem zweiten Leben voll Thatkraft und Ruhnı wieder zu erstehen. Durch das Thor des Schlafes verlassen Ueneas und Sibylla die lInterwelt. Aeneas segelt weiter nach Latium.

VII. Nach kurzer Fahrt, die ihn an dem Vorgebirge der Circe vorüberführt, läuft er in die Mündung des Tiberis ein und legt eine Strecke weiter stromaufwärts an. Er ist in dem Lande der Verheißung angelangt, wie ihm die Erfüllung einer Leisjagung der Harpyie Celaeno bestätigt. Den Tag nach der Landung schickt er eine Gesandtschaft an den König Latinus von Laurentum ab. Dieser empfängt die Trojaner huldvoll und bietet Aeneas, in welchem er den schon lange durch Zeichen und Orakel angekündigten Mitherrscher und Erben erkennt, feine Tochter Lavinia zur Gemahlin an. Doch Juno vereitelt die friedliche Vereinigung der beiden Völker. Sie ruft die Furie Allekto aus der Unterwelt, welche zunächst die Königin Amata gegen die beabsichtigte Vermählung ihrer Tochter mit dem Fremdlinge, dann den von Amata begünstigten Freier der Lavinia, den Rutulerfürsten Turnus von Ardea, gegen die Trojaner aufheßt und schließlich einen blutigen Zusammenstoß zwischen diesen und den Latinern herbeiführt. Ganz Latium und die benachbarten Italer erheben sich gegen die Trojaner.

VIII. Aeneas sucht auf die Eingebung des Flußgottes Tiberis, der ihm im Traume erschienen ist, bei dem Arkadier Evander, dem Könige der Stadt Pallanteum (am Tiberis), Beistand. Dieser verspricht, ihn nach seinen schwachen Kräften zu unterstüßen, und verweist ihn überdies auf die Etrusker, welche zur Befämpfung ihres wegen seiner grausamen Willkürherrschaft verjagten und von Turnus aufgenommenen Königs Mezentius ein großes Heer bei Caere gesammelt haben und, durch Schickjalssprüche geschreckt, auf einen ausländischen Führer warten. Aeneas begiebt sich, von Pallas, Evanders Sohn, und einer erlesenen Reiterschar begleitet, in das Lager der Etrusker und tritt an die Spike des Heeres, nachdem ihm früher noch seine Mutter eine neue, von Volcanus verfertigte Rüstung zu dem bevorstehenden Entscheidungskampfe überreicht hatte.

IX. Inzwischen rückt Turnus mit seinen Heereshaufen vor das Lager der Trojaner. Um sie herauszulucken, beschließt er, deren Flotte in Brand zu stecken; doch Juppiter verwandelt auf die Bitte der Göttermutter die Schiffe, die aus den Bäumen eines ihr geweihten Haines auf dem phrygischen Berge Jda gezimmert sind, in Nymphen. Turnus schließt ießt die Trojaner von allen Seiten ein. Während der

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Nacht wird im Lager Sèriegsrat gehalten. Da erscheinen Nijus und Euryalus und machen sich erbötig, Aeneas von der bedrängten Lage der Seinien zu benachrichtigen. Man nimmt ihr Anerbieten an. Nijus und Euryalus bahnen sich glücklich einen Weg mitten durch das feindliche Lager, und schon befinden sie sich außerhalb desselben, als sie von einem Zuge latinischer Reiter bemerkt werden. Sie suchen im nächsten Walde Schuß, doch bald ist Euryalus von den Feinden umringt; auf jeinen Hilferuf eilt Nisus, der bereits einen Vorsprung gewonnen hat, herbei, und beide Freunde fallen. Am Morgen berennt Turnus das Lager. Trop tapferen Widerstandes dringt er in dasselbe ein; doch von den Trojanern auf allen Seiten bedrängt und von der durch Juppiters Gebot eingeschüchterten Juno verlassen, räumt er es wieder, indem er sich in den Tiberis stürzt und zu seinem Heere zurückschwimmt.

X. Am folgenden Tage bedrängt Turnus abermals das trojanische Lager. Da erscheint Aeneas mit der Flotte von Caere her. Nach heftigstem Kampfe, in welchem Pallas von Turnus' Hand fällt, ist das Lager der Trojaner befreit. Den Turnus rettet Juno, indem sie ihn durch ein Trugbild des Aeneas in eines der gelandeten Schiffe lockt und dieses mit ihm ins Meer treiben läßt. Der Tag endigt mit einer vollständigen Niederlage der Latiner, nachdem Aeneas Lausus, den Sohn des Mezentius, welcher sich für seinen Vater opfert, und dann Mezentius selbst im Zweikampfe erlegt hat.

XI. Aeneas errichtet ein Siegeszeichen und läßt die Leiche des Pallas unter kriegerischen Ehren nach Pallanteum bringen. Die Trojaner und deren Bundesgenossen verbrennen ihre Toten. Auch die Latiner erbitten durch eine Gejandtschaft, deren Wortführer Drances, ein Gegner des Turnus, ist, einen Waffenstillstand zur Bestattung der Gefallenen. In Laurentum herrscht große Trauer und Niedergeschlagens heit, die noch durch die Meldung der von dem Griechen Diomedes, dem Nönige in Arpi (Argyripa), zurückgefehrten Boten vermehrt wird, daß Diomedes jede Hilfe gegen die augenscheinlich von den Göttern begünstigten Trojaner verweigere. Latinus schlägt, von Drances unterstüßt, vor, mit Aeneas Frieden zu schließen und die Trojaner in den Verband des Reiches aufzunehmen, während Turnus sich für die Fortsegung des Nrieges ausspricht. Inzwischen rücken die Trojaner gegen die Stadt heran, und Turnus reißßt aufs nenie die unschlüsigen Latiner zum Nampfe fort. Die Abwehr der feindlichen Reiterei überläßt er der heldenmütigen Camilla, der Auführerin einer volskischen Reiterschar, dem Mesjapıs und anderen Führern und eilt fort, um Aeneas, der mit dem Flisvolte sich von einer anderen Seite der Stadt nähern will, in einem Engpasje zu überfallen. Eine große Reiterschlacht wird vor

den Mauern der Stadt geliefert, in wescher nach der Tötung der Camilla durch Arruns die Latiner unterliegen. Auf die Nachricht davon verläßt Turnus den Hinterhalt; Aeneas dringt durch den Engpaß vor und lagert sich nahe der Stadt.

XII. Turnus, der die Latiner durch die erlittenen Niederlagen entmutigt sieht, bietet dem Aeneas trop des Abratens des Latinus und der Bitten der Amata einen Zweikampf an. Ein feierlicher Vertrag wird von Latinus und Aeneas im Namen der beiden Völker abgeschlossen. Doch der Zweikampf unterbleibt, da Juturna, die Schwester des Turnus, auf Anstiften der um Turnus besorgten Juno die Latiner zum Eintreten für den Verteidiger des Heimatlichen Bodens gegen die Eindringlinge aufreizt. Die Feindseligkeiten beginnen von neuem; Aeneas wird, als er die Seinen zurückzuhalten sucht, durch einen Pfeil verwundet. Von Japyg unter dem Beistande der Venus wieder hergestellt, fehrt er auf das Schlachtfeld zurück. Doch Juturna, welche die Gestalt des Wagenlenkers ihres Bruders angenommen und sich der Leitung seines Kampfwagens bemächtigt hat, weiß ihren Bruder dem ihn suchenden Gegner zu entrücken. Jeßt greift Aencas auf Eingebung jeiner göttlichen Mutter die Latinerstadt selbst an. Ais Turnus von der Not der Seinen und der Bedrängnis der Stadt benachrichtigt wird, eilt er herbei und stellt sich dem Aeneas. In dem jezt anhebenden Kampfe wird Turnus, welchen die durch Juppiter endlich mit dem Gedanken einer Vereinigung der Trojaner und Latiner ausgeföhute Juno seinem Schickjale überläßt, von Aeneas besiegt und getötet.

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