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bezeichnet werden mag. Dieser Körper ist aus zwei ganz differenten Substanzen zusammengesetzt, einer in Karmin sich nicht farbenden von kugeliger oder ellipsoider Gestalt, und einer intensiv färbbaren, welche die erstere in größerer oder geringerer Ausdehnung umhüllt (Taf. in, Fig. 1). Die chromatische Substanz bildet jedoch nicht einen Mantel oder eine Kappe von gleichmäßiger Stärke, sondern sie ist zu einer Anzahl kugeliger oder halbkugeliger Portionen abgerundet, die in Zwischenräumen voneinander dem achromatischen Körper aufsitzen und durch eine dessen Oberfläche in dünner Schicht überziehende chromatische Lamelle in Zusammenhang stehen. Die Zahl dieser chromatischen Kugeln beträgt stets acht, wovon man sich bei gewisser Lagerung des Elements schon durch Wechsel der Einstellung, außerdem stets durch Rotieren des Eies überzeugen kann.

An den meisten Präparaten ist die gegenseitige Lagerung der acht Kugeln eine sehr regelmäßige, indem dieselben annähernd die Ecken eines Würfels bilden. Sieht man diesen von einer seiner Flächen, so erkennt man vier im Quadrat zusammengeordnete Kugeln (Fig. 1 c); doch geben nur zwei einander opponierte Seiten dieses Bild in voller Klarheit, wogegen an den vier anderen die Kugeln paarweise enger untereinander in Zusammenhang stehen, so daß hier eher das Bild zweier paralleler, biskuitförmig eingeschnürter Stäbchen entsteht. Sieht man auf eine Kante des Würfels, so erscheinen zwei parallele Platten, aus je drei Kugeln bestehend, von denen die mittlere höher liegt und durch die entsprechende darunter gelegene intensiver gefärbt zu sein scheint (Fig. 1 b). Diese Bilder hat auch Van Beneden vor sich gehabt und bereits die Zusammensetzung des Elements aus acht Kugeln daraus geschlossen. Wie gesagt, ist nichts leichter, als an ein und demselben Ei durch Drehung diese Zahl stets festzustellen und die verschiedenen Ansichten zu erhalten.

Der Mittelpunkt des aus den chromatischen Kugeln gebildeten Würfels fällt durchaus nicht mit dem Zentrum des achromatischen Körpers zusammen, sondern dieser, meist länglich-eiförmig, ragt halbkugelig aus der einen Fläche des Würfels nackt hervor (Fig. 1 c). Auch jener oben beschriebene, die einzelnen Kugeln verbindende, dünne, chromatische Überzug fehlt hier. Außer dem chromatischen Element enthält das von einer deutlich doppelt konturierten Membran umschlossene Keimbläschen eine leicht granulierte achromatische Substanz und meist ein achromatisches, kugeliges Körperchen. Von dem „Prothyalosoma", das an den Van Beneden'schen Eiern den Keimfleck umgiebt und welches im weiteren Verlauf bei ihm eine so große Rolle spielt, habe ich weder auf diesem Stadium, noch später die geringste Spur wahrgenommen.

Die Bildung der ersten Richtungsspindel habe ich nicht verfolgt. So viel ist jedoch sicher, daß das chromatische Element während dieser Zeit keine wesentlichen Umwandlungen erfährt. Wie wir es im ruhenden Keimbläschen verlassen haben, so finden wir es in der ersten Richtungsspindel wieder. Nur jene oben schon erwähnte engere Zusammengehörigkeit von je zwei Kugeln hat sich stärker ausgebildet, so daß wir von jetzt an nicht mehr von acht Kugeln, sondern von vier Stäbchen sprechen müssen, welche die Kanten eines kurzen, vierseitigen Prismas darstellen. Das Element nimmt in der ausgebildeten Spindel stets eine ganz bestimmte Lagerung ein, nämlich so, daß zwei Stäbchen auf der einen, zwei auf der anderen Seite der Äquatorialebene sich finden. Betrachtet man also die Spindel vom Pol, so erblickt man zwei dieser Unterabteilungen, die zwei anderen sind durch diese verdeckt. Das gleiche Bild erhält man bei gewisser seitlicher Ansicht der Spindel (Fig. 2); dreht man aber dieses Ei um einen der Spindelachse parallelen Durchmesser um 90 °, so erscheinen die vier zu einem Quadrat geordneten Kugeln, die Enden oder Querschnitte der vier Stäbchen (Fig. 3, 4, 5).

Hat man die Spindel im optischen Längsschnitt vor sich, so sieht man häufig, wie von dem chromatischen Element ein achromatischer Fortsatz ausgeht, der in der Äquatorialebene verlaufend sich bis zur Oberfläche der Spindel erstreckt. In manchen Fällen ist dieser Stiel ziemlich dick und kurz (Fig. 3), in anderen lang und entsprechend feiner (Fig. 2, 4, 5). Es liegt wohl nahe, ihn mit dem achromatischen Teil des Elements, den wir im ruhenden Keimbläschen kennen gelernt haben, zu identifizieren.

Die Spindel bietet weder in ihrer Form, noch in ihrer Struktur irgend auffallende Besonderheiten dar. Die Pole sind entweder Punkte oder Platten; eine Protoplasmastrahlung fehlt. Eine Modifikation erleidet die achromatische Figur nur in jenem Bereich, wo sie von dem Fortsatz des chromatischen Elements durchzogen wird; hier erhebt sich ihre Oberfläche zu einer äquatorialen Kante (Fig. 2, 3, 4, 5), die im optischen Längsschnitt als Winkel erscheint, dessen Seiten, d. h. die zu den Polen ziehenden Konturen, nicht selten in einer konkaven Krümmung verlaufen. Das Bild erinnert an Van Beneden's „figure ypsiliforme", die auch ohne Zweifel dieser Anordnung ihre Entstehung verdankt. Zugleich möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Übereinstimmung lenken, welche die in den Figuren 3, 4 und 5 wiedergegebenen Spindeln mit denen der anderen Eiart (Fig. 14 und 16) aufweisen. Man braucht diese letzteren nur der Länge nach zu halbieren, um bis ins Detail die Spiudel des Van BEnEden'schen Typus zu erhalten.

Die axialen Spindelfasern setzen sich jederseits an das chromatische Element fest, sie bestehen also aus zwei Hälften, die erst durch Vermittelung jenes Körpers in Zusammenhang gebracht werden. An einzelnen Präparaten läßt sich dies sehr deutlich wahrnehmen, so an Fig. 66, wo an jedes Stäbchen sich der Länge nach sechs Fäden ansetzen, die an ihren Fixationspunkten das Chromatin zu Spitzen emporziehen, ja, wie es scheint, im ganzen Bereich des Stäbchens eine Art Kanellierung bedingen. Diese axialen Spindelfasern übertreffen an Stärke weit die übrigen, welche den Äquator ohne Unterbrechung passieren; nur wo der achromatische Balken die Spindel durchsetzt, scheinen die Fasern sich an diesen anzusetzen.

Die Spindel zeigt zur Oberfläche die verschiedensten Lagebeziehungen: sie steht mit ihrer Achse bald tangential, bald radial, bald schief. Vor der Teilung wird jedoch in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine vollkommen oder annähernd radiale Stellung erreicht; wenigstens habe ich nur einige wenige vorgeschrittenere Teilungsfiguren gesehen mit einer ausgesprochen schiefen Lagerung der Figur.

Die Teilung des chromatischen Elements vollzieht sich durch eine im Äquator erfolgende Spaltung, durch welche zwei Doppelstäbchen gebildet werden, welche zu entgegengesetzten Polen wandern. Der Beginn der Teilung giebt sich darin zu erkennen, daß die vier Stäbchen uicht nur in der Richtung der Spindelachse, sondern auch seitlich etwas auseinanderrücken, wodurch das vorher mehr kompakte Element ein lockeres Gefüge gewinnt (Fig. 7 a); dabei erfahren die einzelnen Stäbchen eine starke, jederseits nach den Polen zu konkave Krümmung (Fig. 71). Hat man eine Spindel auf diesem Stadium im Profil vor sich, und zwar so, daß man die vier Stäbchen im Querschnitt erkennt, so sieht man sowohl die Seiten als auch die Diagonalen des auf diese Weise gebildeten Quadrats oder Rechtecks durch feine intensiv chromatische Fädchen eingenommen, welche jedes Stäbchen mit jedem der drei anderen in direkte Verbindung setzen (Fig. 7 o). Die vollkommene

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Übereinstimmung dieses Bildes mit jenen, die wir von den entsprechenden Stadien des Carnoy'schen Typus kennen gelernt haben, braucht kaum hervorgehoben zu werden.

Es ist schwer zu sagen, wann und in welcher Weise diese Verbindungsbrücken sich ausbilden. Sie könnten schon viel früher vorhanden, aber durch die dichte Lagerung der vier Stäbchen verdeckt gewesen sein. Erinnern wir uns, daß die acht Kugeln, welche im ruhenden Keimbläschen dem achromatischen Körper aufsitzen, durch eine feine Chromatinschicht miteinander zusammenhängen, so besteht die Möglichkeit, daß die Fädchen durch eine Spaltung und Kontraktion dieser Schicht entstanden sind.

Jedenfalls ergiebt sich das eine, daß wir auf allen Stadien, wo eine Entscheidung möglich ist, die einzelnen das Element zusammensetzenden Portionen zu einem chromatischen Ganzen vereinigt finden, daß also bei der Trennung der beiden aus je zwei Stäbchen bestehenden Tochterelemente eine wirkliche Teilung des Chromatins stattfinden muß. Während die Tochterelemente auseinander weichen, bleiben die chromatischen Verbindungsbrücken zwischen denselben noch eine Zeitlang bestehen (Fig. 8 a, b). Wie die letztere Figur, aber auch Fig. 76 lehrt, verlaufen dieselben nur zwischen den mittleren Abschnitten der vier Stäbchen. Die beiden gekrümmten Stäbchen jedes Tochterelements richten ihre Konkavität dem zugehörigen Pol zu und sind auf dieser Seite zu feinen Spitzen ausgezogen, so daß die im übrigen Bereich scharfe Begrenzung hier verschwommen erscheint. Die axialen Spindelfaserhälften , welche an die äußere Fläche jedes Tochterelements herantreten, haben eine deutliche Modifikation erlitten. Sie machen den Eindruck, als wären sie zu einem kompakten Körper zusammengebacken, in welchem eine grobe, aber undeutliche Streifung noch sichtbar ist.

Obgleich ich die aus meinen Untersuchungen sich ergebenden Betrachtungen über die Mechanik der Teilung auf einen allgemeinen Abschnitt verschiebe, möchte ich dochhier kurz hervorheben, wie diese ganze Anordnung sofort verständlich wird, wenn wir die Teilung als das Resultat einer Kontraktion der an das chromatische Element sich ansetzenden Spindelfaserhälften betrachten, wodurch zunächst das veränderte Aussehen dieser Fasern sich erklärt. Weiterhin muß durch diese Kontraktion eine Dehnung in der chromatischen Figur hervorgerufen werden, die sich auf alle Teile derselben erstreckt. Die Verbindungsfäden zwischen den beiden Tochterelementen, als die am meisten nachgiebigen Teile, werden stark in die Länge gezogen, die beiden Stäbchen werden mit ihren Enden den Polen mehr genähert, als in ihrem mittleren Abschnitt, wo der durch die Verbindungsbrücken vermittelte Zug der anderen Seite zur Wirkung kommt, und ihre Oberfläche wird an jenen Stellen, wo die Spindelfasern sich ansetzen, zu Zacken emporgezogen.

Bei dem weiteren Auseinanderweichen der Tochterelemente verschwinden allmählich die chromatischen Verbindungsfädchen, und die Oberfläche der Stäbchen erhält wieder eine allseitig scharfe Kontour; die hufeisenförmige Krümmung dagegen bleibt bestehen. So finden wir sie schließlich ganz nahe an den Polen der Spindel (Fig. 9 a, b), die sich inzwischen in ihrer Längsrichtung beträchtlich verkürzt und an Dicke zugenommen hat. Die Spindelfasern, welche gleichmäßig den ganzen Raum, auch zwischen den Tochterplatten, einnehmen, ein Verhalten, dessen Ausbildung mir nicht klar geworden ist, erscheinen jetzt als „Verbindungsfasern." Nun tritt in der Äquatorialebene oder etwas nach außen von derselben eine anfangs zarte Grenze auf, welche das äußere Tochterelement mit einem kleinen Teil des Eileibes als ersten Richtungskörper abtrennt.

Im Ei ist eine aus zwei durch chromatische Brücken verbundenen Stäbchen bestehende Platte zurückgeblieben (Fig. 10), welche alsbald von einer zweiten Spindel umschlossen wird. Die weitere Entwicklung vollzieht sich nun in zweierlei Weise, ohne daß zwischen diesen beiden Modifikationen ein prinzipieller Unterschied zu konstatieren wäre; in beiden Fällen gelangt jedes der zwei Stäbchen zu einem anderen Pol. Das eine Mal wird diese Spaltung in der Weise vorbereitet, wie wir es bei der Richtungskörperbildung der anderen Ei-Art kennen gelernt haben. Das chromatische Element, welches anfänglich mit seinen beiden Unterabteilungen in der Äquatorialebene der Spindel hegt, wird um seine Längsachse so lange gedreht (Fig. 11), bis jedes Stäbchen auf einer anderen Seite der Äquatorialebene sich befindet (Fig. 12 a, b). Die seitliche Ansicht der Spindel zeigt bei gewisser Lagerung die Enden der Stäbchen, welche in die Verbindungslinie der beiden Pole fallen; dreht man um 90 °, so läßt sich das Bild (Fig. 12 b) von der gleich orientierten ersten Spindel (Fig. 2 und 6 b) nicht unterscheiden. Dabei zeigt sich wieder ein sehr interessantes Verhalten der Spindelfasern. Die Spindel ist zur Zeit, wo die Chromatinplatte noch in der Äquatorialebene liegt, nur in der Peripherie gleichmäßig gefasert, der axiale Teil ist

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