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Der

ihrem Hinweis auf die Anknüpfung der neutestamentlichen Begriffe Messias, Erlöser, Sohn Gottes u. a. an das A. T. mehr der neutestamentlichen Theologie an. — Frz. Delitzsch's letztes Werk zeigt alle Licht- und Schattenseiten der Arbeiten des unvergesslichen Mannes: den Reichthum seines Wissens und die religiöse Innigkeit seines Gemüths, aber auch den Mangel an historischer Methode und das Schwelgen in Symbolik und Typik. Die Deutung der messianischen Weissagung wird nach dem alten kirchlichen Schema und im Geiste der altkirchlichen Exegese ausgefürt, vgl. ThLz. 17; DLZ. 48; LC. 44; MNR. Juli. Aug.; ThLBl. 24). In der Verlustliste dieses Jahres steht obenan die reine und fromme Gestalt von Franz Delitzsch, 4. März. Selbstbiographie s. LK. 25, Nath. 5, 133-136. Chor der Todtenklage von theologischen Stimmen der verschiedensten Richtungen und Länder (ThLz. 7, NKZ. 4, 234-253; LK. 10. 11. 25; Exp. Juni 465-472, Ac. 8. März; PrK. 15, ThSt. 3, 201-207; ChrW. 25, 574–579; 26, 601-604; Nath. 5. 136–141; EK. 31) auch des Judenthums (Ď. Kaufmann, F. D., E. Palmblatt aus Juda 22 S. Berlin. jüd. Presse Mk. 0,50 [vgl. auch jew. quart. rev. Juli 386-399]) zeigt recht, wie dieser bei aller Entschiedenheit des christlichen Bekenntnisses von Liebe durchglühte Mann auch einen reichen Widerhall der Liebe gefunden hat. Sein Nachfolger ist Prof. Buhl aus Kopenhagen geworden. Wir sagen nichts gegen die Tüchtigkeit des Mannes. Aber den national empfindenden Theologen muss es schmerzen, wenn der Schein entsteht, als gebe es in Deutschland keine conservativ gerichteten Theologen von wissenschaftlicher Bedeutung. Und doch wollten wir hier gleich 5 Namen derartiger Männer nennen, die mindestens mit jedem Ausländer den Vergleich aushalten könnten. -Ausserdem schieden dahin: H. Kurtz, † 26. April, einst gefeierter alttestamentl. Apologet Hengstenbergischer Richtung. LK. 19; EK. 21; K. J. Roemheld, † 17. Mai. LK. 33; EK. 22; vgl. JB. VII, 68 f; IX, 76; L. Soeder, EK. 8; K. W. Otto, † 1. Mai (gelehrter Philokenner) LK. 19. F. v. Himpel, † 17. Febr. (gründlicher katholischer Forscher im A. T.) LC. 10; ThQ. 4. F. W. Gotch, † 18. Mai, englischer Septuagintaforscher. ZDMG. 2, p. IX). Nachträglich s. zu Schlottmann ADB. 31, 561-567 (C. Siegfried) ').

1) Die Verantwortung für die Data tragen die angeführten Quellen.

Literatur zum Neuen Testament

bearbeitet von

Dr. H. Holtzmann,
Professor der Theologie zu Strassburg.

I. Allgemeine Werke zur Einleitung.

Repetitorien über die theologischen Disciplinen. No. 2. Einleitung in das N. T. 139. Berlin, Schultze. M 2.-F. Zimmer, Abriss einer Einleitung in das N. T. (Denkschrift des Kgl. preuss. evang.-theol. Seminars zu Herborn f. d. Jahre 1873-1890. 3-30). Herborn, Colportageverein. M-,60. C. Trochon et

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†E.

H. Lesétre, introduction à l'étude de l'écriture sainte d'après la „Sainte bible avec commentaires". T. 3. Introductions particulières aux livres du Nouveau Testament. 368. Paris, Lethielleux. M. Dods, an introduction to the New Testament. New edit. 246. 12o. London, Hodder. 2 sh. 6 d. Rapin, les livres de l'ancien et du nouveau testament. Introduction à la lecture de la Bible. 331. 12o. Lausanne, Payot. fr. 2,50. · A. W. Archibald, the bible verified. II, 215. 12o. Philadelphia, Presbyt. Bond. $ -,75. R. F. Horton, inspiration and the bible. 250. London, Unwin. 3 sh. 6 d. R. Grau, Bibelwerk für die Gemeinde. N. T. 2. A. 775. Bielefeld u. Leipzig, Velhagen u. Klasing. M 6. O. Schmoller, Tamieion oder Handconcordanz zum griechischen N. T. 3. A. VIII, 548. 12o. Gütersloh, Bertelsmann. A 4, geb. A 5. † W. R. Harpner and R. F. Weidner, an introductory New testament greek method, with a manual containing text and vocabulary of the gospel of John and lists of words and the elements of New Testament Greek grammar. 520. London, Nutt. 7 sh. 6 d. † New Testament lexicography (Church QR. Jan., 257-288). G. Schnedermann, über den jüdischen Hintergrund im N. T. Antrittsvorlesung. 21. Leipzig, Hinrichs. A -,40.

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Ganz kurze Uebersichten liefern die „Repetitorien über die theologischen Disciplinen"; die Einleitung in das N. T. meist nach Bleek mit vielen Druckfehlern. Formell neu ist die Skizze von Zimmer. Die Einleitung soll wirkliche Einleitung, besser Anleitung sein. In dieser Gestalt soll sie dem Studium des N. T. vorangehen, methodisch vorbereiten für Kritik und Exegese desselben, nicht aber die Resultate der Kritik und Exegese geben. Diese richtige Methode wird auch praktisch ihre Frucht tragen, sofern die Einleitung hier dem

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Anfänger nicht fertige kritische Resultate bietet, deren Richtigkeit er nicht prüfen kann, auch nicht vor ihm eine Kritik treibt, die er, mit den Vorausssetzungen noch unbekannt, nicht selbstständig mittreiben kann, sondern ihm zur Ausübung der Exegese und Kritik die nöthige methodische Anleitung giebt" (S. 4). Um zu zeigen, wie er sich dies denkt, giebt der Vf. in knappen Zügen gleichsam den Rahmen, die ausgeführte Disposition für eine solche Vorlesung. Man sieht daraus, dass die neutestamentliche Hermeneutik vollständig in die Disciplin hereingenommen werden würde. Die Ergebnisse aber müssten in weiteren Vorlesungen Darstellung finden, nämlich nicht bloss in solchen über biblische Theologie, sondern auch über Geschichte des Christenthums (specielle Einleitung) und über Bibliologie (allgemeine Einleitung), welche Disciplin einen Theil der Principienlehre der systematischen Theologie ausmachen wird. Einfacher dürfte sich das theologische Studium also kaum gestalten in Folge der neuen Anregung, die übrigens von der richtigen Beobachtung ausgeht, dass die, herkömmlicher Weise zu Beginn des theologischen Studiums gehörte, Einleitung nicht selten dazu beiträgt, unselbstständige Geister zu verwirren oder zu blenden. Die neue Auflage von Grau's Bibelwerk unterscheidet sich von der frühern durch Verweisungen auf des Vf.'s ,,Selbstbewusstsein Jesu". Schnedermann's Antrittsrede verkündigt eine neue Morgenröthe, die nach allen Richtungen der theologischen Encyclopädie wahrnehmbar sein werde, sobald nur das N. T. als eine Sammlung von Denkmalen aus der Zeit des Uebergangs des Glaubens an den einen Gott und Herrn der Welt von dem Volk der Juden zu den Heiden anerkannt sein werde. Um dieses Geschehen in seiner ganzen Grösse zu begreifen, dazu bedarf es eingehender Beleuchtung des jüdischen Hintergrundes" (S. 19). Ist dieser nur erst beleuchtet, so wird man auch eine Antwort finden auf die in der Theologie meines Wissens als geschichtliche gar nicht aufgeworfene, geschweige denn beantwortete Frage, warum dieses Volk in seinen Oberen Jesum verwarf und worin das Aergerniss des Kreuzes bestand und noch besteht und worin wiederum die Triebkraft des Glaubens an Jesum als den Messias beruhte" (S. 14). Man wird das Apostelconcil verstehen, und zwar nach beiden uns erhaltenen Berichten (S. 17). Man wird aber auch begreifen lernen, dass Paulus der Bahnbrecher einer neuen Richtung wurde. „Dem Lobpreis der göttlichen Ironie in Pauli Leben und der Weltgeschichte überhaupt gilt der Epheserbrief, dessen volle Würdigung unter uns nach Ueberwindung gegenwärtiger hyperkritischer Zerpflückung noch der Zukunft angehört" (S. 16). So viel als Probe dieser Zukunftsmusik.

II. Zur Geschichte des Kanons.

C. E. Hammond, outlines of textual criticism applied to the N. T. 5. A. 154. London, Frowde. 4 sh. 6 d. Rüegg, die textkritischen Grundsätze von Westcott und Hort bei ihrer Ausgabe des griechischen neuen Testaments

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(ZSchw. 65-87). Novum testamentum graece ad antiquissimos testes denuo recensuit, apparatum criticum apposuit C. Tischendorf. Ed. VIII. critica maior. Vol. III. pars II. Prolegomena scripsit C. R. Gregory. IV, 441-800. Leipzig, Hinrichs. M 8,50. H. C. Hoskier, W. Sanday, C. R. Gregory, the mss. of the N. T. (Ac. 225. 249. 344). F. J. Bliss and Sp. P. Lambros, the

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supposed unical codex of the N. T. at Damascus (Ath. March, 372. 405). H. C. Hoskier, a full account and collation of the greek cursive Codex Evangeliorum 604 together with ten appendices. CXVI, 43, 23, 14, 26, 2, 6, 5, 7, 7, 2, 3. London, Nutt. 21 sh. J. Rendel Harris, an important manuscript of the gospels (JBL. IX, 31-59). J. M. Bepp, the evidence of the early versions and patristic quotations on the text of the books of the N. T. (StB. II, 195–240). G. H. Gwilliam, the Ammonian sections, Eusebian canons and harmonizing tables in the Syriac tetraevangelium (StB. II, 241-272). †J. Gwynn, the older Syriae version of the four minor catholic epistles (Hermathena VII, 281–314). The latin versions of the gospels (Church QR. 85-103). -† H. J. White, the Codex Amiatinus and its birthplace (StB. II, 273—324). + L. Salembier, une page inédite de l'histoire de la Vulgate. XVI, 98. Amiens, Rousseau-Leroy. K. Marold, über das Evangelienbuch des Juvencus in seinem Verhältniss zum Bibeltext (ZwTh. 329-341). St. Beissel, neue Untersuchungen über die Stellung der AdaHandschrift zu den Evangelienbüchern der Karolingischen Zeit (Stimmen aus Maria-Laach 324-342). Ph. Meyer, zwei bislang ungedruckte Enkomien auf den Evangelisten Lukas (JPrTh. 423–434). † F. Prat, la Bible de Sixte-Quint (Etudes religieuses, philosophiques, historiques et littéraires I, 565-584; II, 35–60; 205–224). Th. Zahn, Geschichte des neutestamentlichen Kanons. 2. Bd. Urkunden und Belege zum 1. u. 3. Band. 1. Hälfte. IV, 408. Erlangen, Deichert. M 10,50. C. Clemen, die religionsphilosophische Bedeutung des stoisch-christlichen Eudämonismus in Justins Apologie. VIII, 158. Leipzig, Hinrichs. M 2,50. Bishop Lightfoot on the Ñ. T. in the second century (Church QR. 134-159). † H. Eickhoff, das N. T. des Clemens Alexandrinus. II, 24. 4°. Schleswig, Bergas (GPr.). + G. Gilmore, the revisers and the general supposition (BS. 356—559). † Det nye Testament. Umsett fraa den greske Grunntekst paa norsk Folkemaul. 175, 51, 152, 71, 30, 29, 8. Bergen, Komm. hjaa Mons Littere. Kr. 1,50.

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Zunächst sind von Ausgaben des N. T.'s aus dem Jahr 1888 noch die von Cozza-Luzi facsimirt herausgegebenen Bruchstücke des Purpurcodex N und aus dem Jahr 1889 der, von Sanday besorgte, neue Abdruck des Receptus nachträglich zu erwähnen; über beide vgl. jetzt O. v. Gebhardt, ThLz. 369-372, ders. ebda. 393-399 auch über die päpstliche Ausgabe des Vaticanus von 1889. Aus der Westcott-Hort'schen Ausgabe vo 1881 giebt Rüegg eine Uebersetzung der allgemeinen Uebersicht der kritischen Grundsätze (Bd. I, 541-562). - Der zweite (mittlere) Theil von Gregory's Prolegomenen zu Tischendorf's 8. Ausgabe enthält nur die Angaben über Minuskeln und Lectionarien, die Frucht langjähriger Reisen und mühevollsten Fleisses, aber auch alles bisher Geleistete hinter sich lassend, zumal auch die Minuskelregister Scrivener's und Martin's um mehr als 1000 Nummern. überbietend; vgl. O. v. Gebhardt, ThLz. 227-232; Warfield, PrRR. 494 f. Einen Ueberblick über die Fortschritte, welche der Umfang des Materials auf diesem Gebiete gemacht hat, giebt Hoskier, S. XIX, indem er es zugleich beklagt, dass Gregory in hunderten von Fällen die Nummern, welche Scrivener und Burgon den Codices gegeben hatten, verändern zu sollen glaubte. Beispielsweise erscheint hier als No. 700

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auf wenig Zeilen charakterisirt der Codex, welchem Hoskier's ganze Monographie gilt. Ein solches Maass von Sorgfalt, wie Hoskier es hier dem Codex Egerton 2610, im britischen Museum No. 604, zugewendet hat, ist nun freilich überhaupt noch nicht dagewesen. Das Verzeichniss aller Eigenthümlichkeiten dieses Codex ist noch das Geringste neben den Beiträgen zur Vergleichung der Textüberlieferung der Evangelien, welche die Einleitung liefert, und den 10 Anhängen, welche werthvolles Material, zumal zur Geschichte des gedruckten Textes, bringen. Die Abweichungen, durch welche die Hauptausgaben von Erasmus bis auf Elzevier sich von einander unterscheiden, sind mit einer Genauigkeit angegeben, welche die bisher bekannten Angaben weit hinter sich lassen. Dass das Absehen des, in den Spuren von Burgon und Scrivener wandelnden, Verfassers auf Rechtfertigung des älteren Textes überhaupt gerichtet ist, thut dem Werth seiner Sammlungen keinen Eintrag. Photographische Facsimiles sind beigegeben von 2 Seiten des Codex Egerton 2610, von einer Seite eines Pariser Codex der Briefe und von 2 Seiten der von Erasmus zu seinem ersten Druck benutzten Evangelien-Handschrift. Ein weiteres M. des britischen Museums (Add. 33, 277, bei Gregory No. 892) ist von Rendel Harris verglichen und nach seinen Varianten. mitgetheilt worden. Nach Marold würde auch Juvencus für die vorhieronyminäische Bibelübersetzung näher zu berücksichtigen sein. - Bezüglich der Geschichte des Kanons bringt Meyer einen Beitrag zu der Frage, ob es auch gnostische Acten des Lucas gegeben hat. Die kanongeschichtlichen Abschnitte bei Kaulen (vgl. S. 29) sind werthlos. Bonwetsch giebt eine Uebersicht über den Inhalt der zweiten Hälfte von Zahn's Geschichte (ThLBl. 105-108), um zu dem Schlusse zu gelangen, Alles werde zwar nicht Zustimmung finden, das Werk als Ganzes aber sich unbefangener Prüfung bewähren. Erfüllung dieser Hoffnung steht freilich weniger in Aussicht, wenn Jülicher mit der Fortsetzung seiner Besprechung im Rechte bleibt (ThLz. 648-653). —Vorläufig scheinen uns Bemerkungen über Justin's und der Apologeten Stellung zum N. T., wie sie sich gelegentlich bei Clemen (S. 130-136) finden, dem Maasse von Einsicht, welches aus Zahn zu gewinnen ist, überlegen. Doch gehört das zur Würdigung des ersten Bandes. Mittlerweile ist die erste Hälfte des zweiten Bandes ans Licht getreten mit einem bunten Allerlei von Erörterungen über die wichtigsten Verzeichnisse der neutest. Schriften vom Kanon Muratorianus bis zu Leontius von Byzanz, Johannes von Damaskus und den nach Nicephorus und Athanasius genannten Synopsen, ferner über Zählungen der biblischen Texte, über die Ordnung der neutest. Schriften und einem Excurse zur biblischen Stichometrie. Beispielsweise fasst auch Zahn die Notiz des Muratorianums über das johanneische Evangelium als im apologetischen Sinn gegen die Aloger gerichtet (S. 34. 47 f. 50. 136). Die Apostelgeschichte betreffend construirt er einen unmöglichen und schon an dem Wort singula scheiternden. Gegensatz zwischen comprindit (comprehendit) und evidenter declarat;

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