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slaz'n, und tken was Leir restored t0 la's kingdom, wkz'ch 122 rnled after thz's by fhe sp'ace of two years, anal tken died, forty years after he first began to reign. Hz's body was bum'ed at Leicester, in a vanlt nnder the channel of the river Dore‚ beneath the town.

In Holinshed’s Chronik fand Shakspere auch das Motiv zu seiner Darstellung von Cordelia’s Tode, freilich wiederum in veränderter Weise. Cordelia, die Nachfolgerin ihres Vaters auf dem Throne Britanniens, wird von ihren aufrührerischen Neffen, den Kindern ihrer Schwestern, bekriegt und gefangen genommen, und im Gefängniss erhängt sie sich aus Verzweiflung. — Dieser Stoff, wie er in Holinshed vorliegt, wurde vor Shakspere bereits von andern Dichtern bearbeitet. Edmund Spencer widmete ihm sechs Stanzen in seiner Faiem'e Queene (Buch 2, Gesang 10), ohne dass jedoch Shakspere aus diesem versificirten Chronikenbericht etwas Anderes entnahm, als vielleicht den Namen Cordelia, der bei Holinshed Cordilla lautet. Ausführlicher behandelte schon vor S pencer denselben Gegenstand Higgins in dem epischen Lehrgedichte Mirrorfor Magistrates, aber auch ihm scheint Shakspere nichts entlehnt zu haben,. eben so wenig der in Verse gebrachten Geschichte Englands, welche Warner unter dem Titel Albion/s England herausgab.

Das alte Drama: Tke True Chronicle Hzlstory of King Leir anti bis three Daughlers, Gonon'll, Bagan anal Uurdella, schon im Jahre 1594 in die Buchhändlerregister eingetragen und wahrscheinlich auch damals schon gedruckt, ist auf uns nur in der späteren Auflage von 1605 gekommen. Es behandelt den Stofl' nach der Darstellung des Chronisten und nähert sich der Shakspere’sehen Behandlung nur insofern an, als die Freundschaft Kent’s ihr Vorbild hat an einem Freunde, Namens Perillus, der dem Leir des unbekannten Verfassers eben so treu in seinem Unglück zur Seite steht. Einige weitere Einzelnheiten, die Sh. mit seinem Vorgänger in flüchtiger Aehnlichkeit gemeinsam hat, ergeben sich aus der zweifachen Behandlung eines und desselben Stückes. —- Von dem Styl dieses weitschweifigen und schwerfälligeri Dramas mag die Seene, welche der ersten in Sh.’s Lear theilWeise entspricht, eine Probe geben:

Leir. Dcare Gonorill, kind Ragan, sw_eet
Cordella,

Ye florishing Manches of a kingly stocke,
Sprung from a tree that nnce did flourz'sh greene,
Whose blosaomes now arc nipt with winter's froat,
Ami pale grym death dnth wagt upon my stepa,
And summons mc unto his next asslzes.
Thereforc, deare daughters, as yc lender thc safely
Of hlm that was the cause of your first heing,
Resolve a doubt which mach moleats my mind,

Which of yon ihres to mewould prove mostlcind ;

Which laues me most, und which at my request

Will s00nest yeeld unto their father's hesl.
Gen. I hope, my gracious father makes

no doubt

Of any of la's daughlers laue to him:

th for my parl, to shew my zeal to you‚

Which cannot be in windy werde rehearst‚

I prize my laue to you at auch a rate,

I thinke my life inferiour to my lose.

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Von dem Wahnsinn Lear’s, seiner Gefangennehmung und seinem tragischen Ende fand Shakspere bei keinem dieser Vorgänger die geringste Spur: denn eine von Per cy in seinen Religues of Ancient English Poetry mitgetheilte Ballade, in welcher diese Umstände zum Theil vorkommen, ist nach Collier’s gewiss richtiger Ansicht von späterem Datum, als die Tragödie unsers Dichters und scheint aus einer Vermengung des Shakspere’schen Lear mit dem Lear der Chronik hervorgegangen zu sein. Auch die Parallele, in welche Shakspere das Schicksal Glosters zu dem Schicksal Lear’s stellt, gehört ganz und gar ihm selber an. Er hatte in Sidn'ey’s Arcadz'a die Geschichte eines Paphlagonischen'Königs gefunden, der in blinder Vorliebe für seinen unehelichen Sohn, den Edmund unsers Drama’s, sich durch dessen falsche Anklagen gegen seinen gutgearteten rechtmässigen Sohn dergestalt einnehmen lässt, dass er seinen Dienern den Befehl zur Tödtung des Letztem ertheilt. Dieser entwischt jedoch, um dann späterhin seinem Vater, den der Bastard nicht nur der Herrschaft beraubt, sondern auch blenden lässt und ins Elend verstösst, zum Führer zu dienen. Auch die Spitze des Felsens, zu der der Alte sich führen lassen will, um durch einen Sturz von da herab seinem verhassten Leben ein Ende zu machen, kommt in der Arcadz'a wie im Drama vor, nur dass der treue Sohn auch nicht einmal scheinbar gehorcht. Die betreffende Stelle, dem Sohn in den Mund gelegt, lautet bei Sidney so : _ —

172is olol man, whom I lead, was lately rig/ztfiol prince o_f Papklagom‘a, by the harol-heartecl ungratqfulness of a son cf bis, depm'veol not only of ln's kingdom, but of bis sight, the riches whz'ch natura graute to tke pocrest creatures,‘ wkereby und by other bis unnatural dealings, he hat]: been drioen to such griefs, as even now ke would haue kad me to haue led Mm to tke top of this roch, thence to cast himself keadlong to death,‘ anal so would haue had ms, _wko recez'oeol my Z1_Ife of Mm, to be the worker of in's destructt'on. ‚

Ausser diesen allgemeinen Zügen hat Shakspere auch dieser Quelle Nichts zu verdanken; die Charakteristik, wie alles Uebrige, musste er selbst schaffen.

Für die Rolle, welche Edgar als Besessener zu spielen hat, entlehnte Shakspere das Material theilweise' aus dem 1603 erschienenen oben erwähnten Buche von Dr. L. Harsnet, späterem Erzbischof von York. Das Buch sollte die damals zum Zweck der Proselytenmacherci von einigen Jesuiten betriebenen Teufelsbanxier‘eien enthüllen, deren Hauptschauplatz das Haus eines Katholiken, Namens Peckham, war, wo zwei Diener und drei ' Kammerm'aldchen der Familie für Besesscne ausgegeben und von den Priestern in die Kur genommen wurden. Aus den Bekenntnissen, die durch eine gerichtliche Untersuchung herbeigeführt wurden, und die den Hauptinhalt des Buches bilden, nahm der Dichter das in den Anmerkungen bezeichnete sachliche Detail zu Edgar’s Wahnsinnsreden.

Schliesslich mögen hier aus der oben erwähnten Ballade die Verse stehen, welche Lear‘s Wahnsinn und seinen, sowie seiner Cordelia Tod

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