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enthält, von einigen fremdartigen Dingen abgesehen, eine Theorie der natürlichen Zuchtwahl, die das Ueberleben der begünstigten Individuen annimmt. Bei uns aber handelt es sich um die durch die gleichzeitige Umbildung aller eine Lokalität bewohnenden Individuen erfolgende Entstehung von verschiedenen Rassen in von einander abgegrenzten verschiedenen Lokalitäten, von welch letzteren jede nur eine Rasse erbielt, und zwar eine Rasse, die aus mebr oder minder gleichen Individuen bestand. Ob eine begonnene neue Entwicklungsrichtung zum erfolgreichen Abschluss gelangte oder nicht, d. h. zur Ausbildung einer durch typische Eicharaktere gekennzeichneten Rasse führte oder nicht, darüber entschied die Vogelfauna der betreffenden Gegend. Je nachdein die einen in Anspruch genommenen Arten die Eier der in Umbildung begriffenen Kuckucksrasse adoptierten und die andern sie zurückwiesen, und je nach dem Verhältnis der empfindlichen Arten zu den unempfindlichen, gestaltete sich das Schicksal der betreffenden Lokalform des Kuckucks günstig oder ungünstig und erhielt sie viele, oder wenige, oder gar keine Pflegerarten. Es wurde dabei gleich über sämtliche Kuckucke einer ganzen Gegend, die sämtlich einander gleich waren, entschieden, nicht aber über Leben und Tod un gleicher Individuen, wie es der Darwinismus annimmt, der die einen Individuen begünstigt sein lässt, die andern nicht. Soviel, um zu verhüten, dass meine Theorie der Kuckuckseikleidmale für eine Art von Darwinismus gehalten wird.

Außer der jetzt erledigten Frage nach dem Zustandekommen der Aehnlichkeit der Kuckuckseier mit den Pflegereiern, die, wie wir nunmehr erkennen, vielmehr eine Frage des Zustandekommens der Aehnlichkeit der Pflegereier mit denen des Kuckucks ist, oder, noch besser ausgedrückt, sich darum dreht, warum das selbständig zu seinen Kleidmalen gekommene Kuckucksei in den meisten seiner Typen den Eiern von Pflegern ähnlich ist, die gleichfalls selbständig zu ihren Eikleidmalen gekommenen Arten angehören, haben wir uns nunmehr noch kurz mit der Thatsache zu beschäftigen, warum sich unter den Kuckuckspflegern verhältnismäßig viele Arten befinden, oder befinden sollen, die in Höhlen brüten oder überwölbte Nester bauen.

Von einer „Vorliebe des Kuckucks für solche Nester, von der 2. B. Baldamus spricht, dürfte wohl kaum die Rede sein können. Kuckucksrassen, die zu Pflegern mit dergleichen Nestern kamen, und deren Eier von den Pflegern adoptiert wurden, blieben bei diesen in Folge der Gewohnheit der Kuckucksweibchen, ihre Eier in Nester von der Art der eignen Pflegeeltern zu legen. Nun sind aber Höhlenbrüter und Erbauer überwölbter Nester keineswegs selten. Wollte man alle Vogelarten in Betracht ziehen, die von vornherein zur Pflegerschaft des Kuckucks geeignet erscheinen, so dürfte eine Statistik ergeben, dass die Vogelarten, die in Höhlen brüten oder liberwölbte Nester bauen zu den Uebrigen in demselben Verhältnis stehen, wie die Höhlenbrüter und Nestwölber unter den thatsächlichen Kuckuckspflegern zu den übrigen Kuckuckspflegern. Es fehlen unter den letzteren ja auch viele Vögel mit verdeckten Nestern, z. B. die meisten Meisenarten und der Kleiber (Sitta). Es ist, wie ich im Anschluss hieran noch bemerken will, in manchen verdeckten Nester vielleicht so dunkel, dass die Pfleger das fremde Ei nicht erkennen, auch wenn es sehr von den ihrigen absticht, wodurch Licht auf die bereits zitierte Angabe Ramsay's fällt, dass der australische Pfeifkuckuck (Heteroscenes pallidus) in dem Falle, wo er offene Nester benutzt, solche wählt, deren Eier den seinigen ähnlich sind, woraus mir hervorzugehen scheint, dass die Eier in den von ihm in andern Fällen benutzten überwölbten Nestern seinen eignen nicht ähnlich sind. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Vögel mit überdeckten Nestern auch oft den Kuckuckseiern ähnliche Eierlegen, so z. B. die weiße Bachstelze und der Gartenrotschwanz. In die Nisthöhlen dieser Vögel dürfte also doch genügendes Licht fallen, um auffällige Kuckuckseier zu verraten. Wir gelangen somit zu dem Schluss, dass es sich mit der Aehnlichkeit, beziehungsweise Unähnlichkeit der Kuckuckseier mit den Pflegereiern bei Höhlenbrütern und Nestwölbern nicht wesentlich anders verhalten wird, als bei anderen Vögeln.

Wir haben in diesem Abschnitt über die Aehnlichkeit der Kuckuckseier mit denen der Pfleger vorzugsweise unsern europäischen Kuckuck herangezogen. Bei ausländischen Kuckucken finden wir ähnliches wie bei diesem. So heben nach Baldamus die ostindischen und australischen Ornithologen besonders hervor, dass die Eier der Schmarotzerkuckucke den Eiern der Pflegeeltern mehr oder minder ähnlich seien. Die Eier des indischen Kuckucks (Cuculus indicus) scheinen nach Balda mus ebenso zu variieren, wie die des europäischen. Dr. Kutter schrieb an Balda mus, dass die große Mehrzahl indischer Kuckucke fast ausnahmslos Eier lege, die – was wir uns merken wollen – denen der Zieheltern noch bei Weitem vollkommener glichen, als bei unserem europäischen Kuckucke. Die Anpassung in allen Einzelheiten sei zuweilen eine so verblüffende, dass die betreffenden Eier in der That nur von einem geübten Sachverständigen, von diesem aber mit Lupe und Waage allerdings unschwer, als Parasiteneier zu erkennen seien. Diesen Mitteilungen Kutter's fügt Balda mus hinzu, dass die große Aehnlichkeit der Kuckuckseier mit den Pflegereiern bei allen parasitischen Kuckucken als Regel anzunehmen sei. Die Grenzeu der Anpassungen seien bei ausländischen Kuckucken fast noch weiter, die Kontraste in Färbung und Zeichnung noch stärker hervortretend, als bei dem europäischen Kuckuck, so z. B. bei dem australischen Bronzekuckuck (Lamprococcyx lucidus). Die Bronzekuckuckseier, die Verreaux in den Nestern der Honigfresser (Meliphagidae) fand, sind,

wie Baldamus mitteilt, allerdings olivengrün oder von düsterem braunrötlichen Purpur gewesen, während die Eier der Honigfresser gewöhnlich weiß, mebr oder weniger trübrötlich angelaufen und mit bräunlichroten Flecken versehen sein. Aber auch mehrere olivengrüne und olivenbraune Färbungen kämen bei den Honigfressern vor, und die Eier anderer Pfleger des Bronzekuckucks seien, wie die der meisten Arten, auf weißem Grunde ziegelrot gefleckt, und in solchem Falle zeige auch das Kuckucksei diese Kleidmale. Nach Levaillant soll, wie B aldamus mitteilt, der Kapkuckuck (Cuculus capensis) drei Eier in die Nester des „Capocvogels“ (Petrocincla superciliosa) legen, was von Tait konstatiert werde. Der Kapkuckuck solle aber auch die Nester anderer kleiner Vögel benutzen. Die Eier seien nach Levaillant blassrot, mit hellbraunen Flecken versehen, und denen des genannten suidafrikanischen Vertreters des Rotkehlchens sehr ähnlich. Die Eier unseres Rotkehlchens seien nur etwas weniger lebhaft gefärbt, als die des Capocvogels oder Kaprotkehlchens, das mit unserem Rotkehlchen in jeder Hinsicht außerordentliche Aebnlichkeit zeige. Die Eier von Cacomantis flabelliformis, der in Australien lebt, sind nach Baldamus denen von Acanthiza pusilla äußerst ähnlich und unterscheiden sich von ihnen lediglich durch ihre Größe. Ramsay beschreibe sie als zart weiß mit hellbraunen, tiefblauen und lilafarbenen Schmitzen und Flecken, und blass lilafarbenen Schalenflecken. Manche seien überall fein gesprenkelt, und ihre Zeichnung sei wie verwaschen, andere seien abstechender gezeichnet. Die Zeichnung bilde zuweilen einen deutlichen Gürtel, der initunter durch einen Haufen sehr tief gefärbter Flecke unterbrochen sei. Diese Eier seien aber von denen eines andern Pflegers sehr verschieden, dessen Eier einfarbig hellrötlich chokoladefarbig seien. Die Eier von Eudynamis taitiensis, der auf Neuseeland und vielen Inselgruppen Polynesiens lebt, scheinen nach Baldamus in Bezug auf ihre Färbung und Zeichnung hauptsächlich für die Nester der Honigfresser bestimmt zu sein.

(Fünftes Stück folgt.)

Einige Beobachtungen über die Frühfliegende Fledermaus

Panugo noctula (Daubenton).

Von Dr. F. Helm. Obwohl in allen Naturgeschichten der Säugetiere hervorgehoben wird, dass die Frübfliegende Fledermaus unter sämtlichen einheimischen Arten der Flattertiere am zeitigsten munter wird und herumfliegt'), so glaube ich doch, dass

1) Blasius äußert sich in seiner Fauna der Wirbeltiere Deutschlands B I, p. 53 darüber in folgender Weise: „Diese Art ist die kräftigste aller einbeimischen Fledermäuse, fliegt am höchsten und kommt abends am frühesten zum Vorschein. Zuweilen fliegt sie schon etliche Stunden vor Sonnenaufgang“.

Iu Koch, Das Wesentliche der Chiropteren p. 241 heißt es darüber: „Sie trägt den Namen „Frühfliegende Fledermaus“ mit vollem Recht, indem sie meist schon vor der Abenddämmerung ihre Schlupfwinkel verläßt; an heiteren Herbsttagen soll sie nach Kolenati schon nachmittags gegen 3 Uhr umher

einige von mir darüber angestellte Beobachtungen nicht ganz ohne Interesse sein dürften. Es sind das die nachstehenden

1890. Am 7. Okt. bei trübem Wetter und Windstille flogen gegen 4 Uhr nachmittags, als es noch ganz hell war, denn es fing gegen 5 Uhr erst an dunkel zu werden, 2 Exemplare in großer Höhe (in doppelter bis dreifacher Häuserhöhe) über dem Eingangsteil des Großen Geheges bei Dresden. Gegen 5 Uhr trieben sich daselbst 8 – 10 in gleicher Höhe herum, 2 Individuen thaten dies außerdem auch noch über der Weisseritz und dem Kleinen Gehege.

Am 2. Nov. gegen /,1 Uhr mittags flog bei rubigem, warmem Wetter 1 Exemplar ebenfalls in großer Höhe über dem Walde am Frauenteich bei Moritzburg lange Zeit umber, stieg mitunter sogar noch höher führte und auch kühne Schwenkungen und Bogen aus. Nach einiger Zeit gesellte sich zu ihr eine zweite, und beide tummelten sich dann, während ein leichter Wind sich erhob und die Sonne die Wolken durchbrach, noch eine Zeit lang gemeinschaftlich in der Luft herum.

1891. Den 17. März bei hellem, sehr warmem Wetter und mässigem Winde flog 1 Exemplar gegen 4 Uhr nachmittags wiederholt über die Große Lache im Großen Gehege bei Dresden. Diese Lache befand sich damals an der nach Uebigau führenden Lindenallee. Die Fledermaus flatterte nur einige Meter über dem Wasserspiegel hin und her, senkte sich auch 6-8 mal zu demselben nieder und berührte ihn auch wiederholt, wie die daselbst sich bildenden Ringe aufs deutlichste bewiesen. Das Senken geschah in der Weise, dass die Fledermaus jedesmal im Bogen von der Lache wegflog, sich ihr darauf wieder näherte und dann eintauchte. Dabei scheute sie nicht im geringsten die mit dem Zufüllen der Lache beschäftigten Leute und Fuhrwerke, einmal kam sie bei ihrem niedrigen gradlinigen Fluge auch so nahe an mir vorbei, dass ich sie hätte mit einem Stock herunterschlagen können. Nach einiger Zeit besuchte sie auch eine benachbarte kleinere Lache, senkte sich ebenfalls bis zum Spiegel derselben einigemale nieder und begab sich darauf zu einer der in der Nähe befindlichen starken Linden. Dort hakte sie sich am Stamme in der Gegend der Abs gangsstelle der unteren Aeste ein, kletterte aber dann verhältnismäßig schnell 3 m höher (an den Stamm) hinauf bis zu einer Stelle, an welcher ein starker Ast abging. Dort drehte sie sich um, sodass der Kopf nach unten gerichtet war, krallte sich mit den Hinterbeinen an einer von der Sonne beschienenen Stelle fest, zog den Kopf etwas ein und blieb bewegungslos hängen. Als ich nach , Stunde an diese Stelle zurückkehrte, hatte die Fledermaus ihren Platz noch nicht verlassen, auch wurde ibr Rücken immer noch von der Sonne getroffen. Zweifellos hatte die Fledermaus keine andere Absicht, als sich von der Sonne bescheinen zu lassen.

Den 2. Mai bei mäßigem Winde und Sonnenschein kreiste am Schloßteiche von Moritzburg gegen 1.12 Uhr vormittags 1 Exemplar erst um die Kronen hoher Bäume, begab sich darauf in ziemlicher Höhe und gerader Richtung über dem Teiche dem Schlosso zu.

Am 20. Nov. trieb sich ein Exemplar trotz Sonnenscheins und mäßigen Windes gegen 3 Uhr nachm. in ziemlicher Höhe über dem Dippelsdorfer Teiche bei Moritzburg umher. Mitunter beschrieb es auch kühne Bogen nach oben oder unten. Ich verbarg mich so gut als es ging am Zapfenhause des Teiches, und so lange ich daselbst ruhig war, flog auch die Fledermaus geradlinig in der Nähe hin und her. Sobald ich mich aber bei ihrem Herannahen bewegte, lenkte sie von ihrer bisherigen Richtung ab und schwenkte zurück. Erst als ich mich auf der anderen Seite des Häuschens verbarg, flog sie auf der gegenüberliegenden Seite desselben wieder vorbei. Ging ich aber an meinen alten Platz zurück, 80 vermied die Fledermaus die Stelle sofort wieder.

Den 6. Dez. 17.1 Uhr mittags, als ein starker Wind wehte und die Sonne schien, flatterte in Höhe des Schlosses 1 Exemplar über dem rechten Moritzburger Schlossteiche, ohne durch den Wind im geringsten von ihrer geraden Flugrichtung abgelenkt zu werden, ja, sie verschwand endlich sogar in der Richtung, aus welcher der Wind kam. fliegen. Brehm II. Aufl. sagt über sie: „Nicht selten sieht man sie einige Stunden vor Sonnenuntergang, und falls man so sagen darf, oft genug im Kampfe mit Raubvögeln. Verlag von Eduard Besold (Arthur Georgi) in Leipzig. – Druck der kgl.

bayer. Hof- und Univ.- Buchdruckerei von Junge & Sohn in Erlangen.

unter Mitwirkung von
Dr. M. Reess und Dr. E. Selenka
Prof. in Erlangen

Prof. in München
herausgegeben von
Dr. J. Rosenthal

Prof. der Physiologie in Erlangen.

24 Nummern von je 2-4 Bogen bilden einen Band. Preis des Bandes 20 Mark.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. XVI. Band. 15. Mai 1896.

Nr. 10.

Inhalt: Voigt, Beddard's Oligochaeten - Monographie. - Haacke, Zur Stammes

geschichte der Instinkte und Schutzmale (5. Stück und Schluss). - Oppel, Ueber die Funktionen des Magens, eine physiologische Frage im Lichte der vergleichenden Anatomie. -- Knauthe, Zur Biologie der Süßwasserfische.

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Beddard's Oligochaeten-Monographie. A Monograph of the Order of Oligochaeta by Frank Evers Beddard.

Oxford 1895. In einem stattlichen Quartband von 770 Seiten mit 5 Tafeln und einer größeren Anzahl von Holzschnitten im Text stellt der als eifriger Oligochaeten-Forscher bekannte englische Gelehrte die Resultate aller bisherigen Untersuchungen auf anatomischem und systematischem Gebiete zusammen. Seit dem Erscheinen der verdienstvollen Werke von Vejdovsky (Monographie der Enchytraeiden, Prag 1879, System und Morphologie der Oligochaeten, Prag 1884] und Vaillant (Histoire naturelle des Annelés marins et d'eau douce, Paris 1889] hat sich unsere Kenntnis der Oligochaeten besonders durch die Beschreibung einer großen Anzahl tropischer Regenwürmer bedeutend erweitert. Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, dass das umfangreiche Material von einem Forscher, der selbst durch eine größere Reihe eigener Arbeiten vieles zu dieser Bereicherung der Oligochaeten-Litteratur beigetragen hat, gesammelt, neu gesichtet und übersichtlich bearbeitet worden ist. Der erste, 173 Seiten umfassende Teil seines Werkes gibt einen Ueberblick über die anatomischen Verhältnisse und über die geographische Verbreitung. Der systematische Teil beginnt mit einem kurzen geschichtlichen Abriss über die den älteren Werken zu Grunde liegende Einteilung der Oligochaeten, dem sich ein Kapitel über die phylogenetischen Beziehungen zwischen den einzelnen Familien anschließt. Der das System behandelnde Hauptteil des Werkes liefert außer einer genauen Aufzählung der Art-Merkmale auch eine eingehende anatomische Beschreibung derjenigen Formen, deren abweichende Organisationsverhältnisse im allgemeinen Teil nur kurz erwähnt werden konnten. Aus dem reichen Inhalt des Werkes dürften besonders die Abschnitte über den jetzigen Stand unserer Kenntnisse der Segmental- und vor allem der komplizierten,

XVI.

behandelnde Hauschen den einzelnen Famapitel über die phylo

konnte

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