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J. Parker, Vorlesungen über elementare Biologie,

Aut. deutsche Ausgabe von Dr. R. v. Hanstein. Verlag von F. Vieweg und

Sohn. Braunschweig 1895. Preis 8 Mark. Die Vorlesungen Parker's „über elementare Biologie“ verfolgen den Zweck die Studierenden an Hand von Einzeldarstellungen aus dem Pflanzenund Tierreich in die Biologie einzuführen. Ueber die Gesichtspunkte, die den Verfasser leiteten, spricht er sich in folgenden Worten aus: „Was die allgemeine Behandlung des Gegenstandes anbetrifft, so haben mich dabei 3 Grundsätze geleitet. Erstens der, dass das Hauptziel des biologischen Unterrichtes, als Teils der wissenschaftlichen Bildung das ist, den Studenten nicht sowohl mit den Thatsachen, als mit den Ideen der Wissenschaft bekannt zu machen. Zweitens, dass diese Ideen, wenigstens von Anfängern, am besten verstanden werden, wenn sie in Verbindung mit konkreten Typen des Tier- und Pflanzenreiches studiert werden. Und drittens, dass die ausgewählten Typen ohne unnötige Komplikation gerade die besondere Organisationsstufe veranschaulichen sollen, als deren typische Vertreter sie ausgewählt wurden und dass in einen elementaren Kurs für Ausnahmefälle kein Platz ist“.

Dabei zeigt sich ein an sich gewiss in höchstem Maße rühmenswertes Streben die biologische Nomenklatur zu vereinfachen in erster Linie dadurch, dass für die Vertreter des Pflanzen- und Tierreiches gleichmäßige terminologische Bezeichnungen gewählt werden. Alle der Benennungen werden nun kaum als Vereinfachungen empfunden werden, da sie zum Teil neu sind, zum Teil eingebürgerte im einen oder im anderen Reiche durch solche verdrängt werden sollen, welche nur in einseitiger Anwendung üblich sind.

Die Tendenz ist aber, trotz dieser kleinen Unzukömmlichkeiten insofern sehr zu begriißen, als sie im Zeitalter der internationalen Kongresse und Abmachungen vielleicht einmal den Anstoß zu einer internationalen Regelung dieser Frage gibt. Wäre es doch gewiss ein eben so vernünftiges als humanes Streben der Gelehrten, die zumeist zugleich auch Lehrer sind, das rein gedächtnismäßige, das den Studierenden zugemutet werden muss, nicht durch unnötige Komplikation der Nomenklatur zu belasten.

In 30 Vorlesungen entledigt sich der Verfasser der gestellten Aufgabe. Der I. Abschnitt, die einfacheren einzelligen Organismen und die denselben gleichwertigen Elemente der höheren Organismen, umfasst 9 Vorlesungen. Es sind Monographien von Protisten wie Amoeba, Haematococcus, Heteromita, Euglena, Protomyxa, Mycetozoen, Bakterien, Saccharomyces. Zwischen sie oder an sie anlehnend sind als Darlegungen allgemeiner Natur behandelt eine Vergleichung dieser niederen Organismen mit gewissen Bestandteilen der höheren Pfanzen und Tieren, ferner die Erörterungen über Biogenesis und Abiogenesis, Homogenesis und Heterogenesis.

Die Wahl der Typen wurde durch die Rücksicht bestimmt, alle wichtigeren Modifikationen des Baues und der wesentlichsten physiologischen Prozesse bei Pflanzen und Tieren zu veranschaulichen. Durch die Einschaltung von Exkursen über allgemeine Prinzipien war eine völlig Casammehängende Darstellung der allgemeinen Prinzipien der Biologie zu erreichen. Diese Gesichtspunkte bedingen es, dass gerade Repräsentanten der Protisten in größerer Zahl behandelt werden, bei deren Schilderung ja eine Reihe fundamentaler Begriffe der Biologie zu entwickeln ist.

Von Huxley wurde, entgegen seinen eigenen ursprünglichen Anschauungen der Gedanke verfochten, dass das Studium der organischen Natur mit den höhern Formen des Tierreiches begonnen werden sollte. Er hält dafür, dass es unzweckmäßig sei, den Anfänger sogleich in das ihm neue, fremde Gebiet des mikroskopischen Lebens einzuführen, dass die Darstellung zweckmäßiger dort anknüpfe, wo auch der Anfänger bereits einige Kenntnis besitzen muss, mit der elementaren Anatomie und Physiologie eines Wirbeltieres.

Dass sich Verf. dadurch nicht bestimmen ließ von seinem Wege, welcher der Fortschritt vom einfachen zum konplizierten, das Aufsteigen von den Protisten zu den höhern Pflanzen und Tieren ist, nicht abbringen ließ, begrüßen wir sehr. Denn wenn man Huxley's Grundsatz für jene Stufe beipflichten wird, welcher die Formen pflanzlichen und tierischen Lebens zum ersten Male nahe gebracht werden, so ist wenigstens für unsere deutschen Verhältnisse diese Bekanntschaft unit der Lebewelt auf der Mittelschulstufe doch so weit gediehen, dass die für den Studierenden bestimmten Vorlesungen Parker's sicherlich die richtige Gruppierung zeigen, welche eben allein eine logische Entwicklung der Materie gestattet.

Der II. Abschnitt, die Vorlesungen XI–XVII umfassend, entwickelt ebenfalls zum großen Teil an Hand monographischer Darstellungen einzelliger Organismen, welche eine beträchtliche Komplikation des Baues vereint mit physiologischer Arbeitsteilung zeigen, die Prinzipien der Differenzierung und zwar a) Komplikation auf Differenzierung im Zellkörper beruhend (Paramaecium,

Stylonychia, Oxytricha, Opalina, Vorticella, Zoothamnium). Im Anschluss daran werden der Artbegriff, die Entstehung der Arten, die Prinzipien

der Klassifikation behandelt. b) Komplikation auf Differenzierungen der Zellwand oder dem Auftreten

von Skelettbildungen im Protoplasma beruhend (Foraminiferen, Radio

larien, Diatomeen). c) Komplikation auf einfacher Verlängerung oder Verzweigung der Zelle

beruhend (Mucor, Vaucheria, Caulerpa). Daran anschließend behandelt

Verf. die unterscheidenden Merkmale von Tier und Pflanze.

Dem III. Abschnitt (Vorlesung XVIII-XX) werden Organismen zu Grunde gelegt, deren Komplikation auf der Mehrzelligkeit bei fehlender oder nur geringer Zelldifferenzierung beruht. Die 3 Vorlesungen sind den dreierlei Zellaggregatformen gewidmet, der linearen (Penicillium, Agaricus, Spirogyra), dem flächenhaften (Monostroma), der körperlichen (Ulva, Laminaria)..

Der IV. Abschnitt (Vorlesung XXI -- XXIV) ist den körperlichen Zellaggregaten gewidmet, deren Komplikation sich durch ein beschränktes Maß von Zelldifferenzierung erhöht. Nitella, Hydra, Hydroidpolypen sind die Paradigmen. Den Abschnitt beschließt eine das Wesen der geschlechtlichen Fortpflanzung schildernde Vorlesung (Spermatogenesis und Oogenesis, Reifung und Befruchtung des Eies; Beziehungen zwischen einzelligen und zweischichtigen Tieren).

Im V. Abschnitt, der die Vorlesungen XXV-XXX umfasst, bilden die körperlichen Zellaggregate, in welchen Zelldifferenzierungen begleitet von Zellfusionen einen wesentlichen Anteil an der großen Komplikation des ausgebildeten Organismus haben, die Ausgangspunkte für die biologischen Erörterungen. Eine monographische Darstellung des Polygordius leitet den Abschnitt ein. Es folgt eine ebenfalls auf Darstellung von Typen fußende allgemeine Charakteristik der höheren Tiere (Seestern, Krebs, Muschel, Hundshai). In analoger Weise wird die Pflanzenwelt entwickelt. Den Abschluss bildet ein vorzügliches Register und Glossarium.

88 Abbildungen bilden eine, wie es von dieser Verlagsbuchhandlung übrigens zu erwarten ist, treffliche Erläuterung und Ergänzung des überaus klaren Textes, der auch in der Uebersetzung keine Härten zeigt.

Unsere biologische Litteratur ist wohl nicht reich an Werken, die auf gleichbeschränktem Raum (288 Seiten) einen ebenso reichen, belehrenden und anregenden Inhalt zeigen. Das Werk ist so trefflich, dass es gewiss sich schnell auch bei uns einbürgern wird. Denn wer in gründlicher, wissenschaftlicher und doch wieder einfacher Weise mit den Fundamenten der Biologie sich vertraut machen will, wird keinen besseren Führer finden als Parker's Vorlesungen.

Wir möchten vor allem auch den Lehrern der Mittelstufe das Buch empfehlen. Sie werden an ihm manche Anregungen empfangen, die der Methodik des Zoologieunterrichtes auf der Mittelschulstufe in hohem Maße förderlich sein müssen.

Robert Keller (Winterthur).

Ueber das Verhältnis von Eiweiß zu Dotter und Schaale in

den Vogeleiern.

(Fortsetzung; vergl. Bd. XV S. 448.) 2 Eier von der Ente (Anas domestica) wurden 12 Minuten gekocht, wobei eine geringe Menge leicht karamelisierender, nach Zucker riechender organischer Substanz (0,020 g Karamelisiert, 0,010 g Asche (Nall)] diffundiert. Das Ei a) wog frisch . . . . . . . . . . 71,435 g

gleich gekocht . . . . . . . . 71,331 g
Darin: Dotter . . . . . . . . . . . . . . 25,31 g

Eiweiß . . . . . . . . . . . . . . 6,925 g
Das andere Ei wog . . . . . . . . . . 73,921 g
nach einigen Tagen gekocht . . . . . . . 72,658 g
Dotter . . . . . . . . . . . . . 20,45

26,45

6

g Eiweiß . . . . . . . . . . . . . . 37,6 8

Schaale . . . . . . . . . . . . . .. 7,38 g Mithin 35,43%, Dotter · 51,30% Eiweiß 9,6% Schaale

35,78% Dottor 50,87% Eiweiß. Die Ente, deren Ei etwa 25,31 g Dotter, 36,65 g Eiweiß und 6,925 g Schaale nebst Eihaut enthält, legte am 13. Mai ein kleines Ei mit harter griner Schaale, das ganz aus Eiweiß besteht.

Gekocht wog es . . . . . . . . . . 22,131 g
die Schaale wog . . . . . . . . . . 2,822 g

also 19,308 g. D20. H222 Ng, 06. SZ. Am 17. wurde wieder ein solches kleines „Wunderei“ gelegt, das fälschlich für ein „Rebhuhnei“ gehalten wurde.

Dr. R. W. Bauer (Leipzig).

Verlag von Eduard Besold (Arthur Georgi) in Leipzig. - Druck der kgl.

bayer. Hof- und Univ.- Buchdruckerei von Junge & Sohn in Erlangen.

unter Mitwirkung von
Dr. M. Reess und Dr. E. Selenka
Prof. in Erlangen

Prof. in München
herausgegeben von
Dr. J. Rosenthal

Prof. der Physiologie in Erlangen.

24 Nummern von je 2–4 Bogen bilden einen Band. Preis des Bandes 20 Mark.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. XVI. Band. 15. Juli 1896.

Nr. 14,

Inhalt: Haacke, Entwicklungsmechanische Untersuchungen (2. Stück). - Wallen

gren, Einige neue ciliate Infusorien. - Roux, Berichtigung zu dem Artikel in Nr. 9 dieses Blattes von H, Driesch über die Maschinentheorie des Lebens. — 79. Versammlung der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft am 2.-5. August 1896 in Zürich. – Internationaler Kongress für Medizin in Moskau 1897. – Notiz.

Entwicklungsmechanische Untersuchungen.

Von Wilhelm Haacke. I. Ueber numerische Variation typischer Organe und

korrelative Mosaikarbeit. Zugleich ein Beitrag zur Kenntnis der Campanulaceen, Compositen und

Ranunculaceon.

(2. Stück.) Ich teile nunmehr noch meine Tabellen über die Randblütenzahl der Zweigköpfchen meiner 81 Exemplare von Tanacetum corymbosum mit, indem ich es dem Leser überlasse, daraus seine Schlüsse zu ziehen. In diesen Tabellen steht in der Rubrik ( die Randblütenzahl der Astköpfchen der verzweigten Aeste, in den Rubriken I, II etc. die Randblütenzahl des obersten, bezw. des zweit- etc. -obersten Zweigköpfchens. Jede Horizontalreihe stellt einen Ast dar.

11. Tabelle. Randbliitenanzahl der Ast- und Zweigköpfchen an einem Aste mit 14 Randblüten im Astköpfchen.

III. 13

13

12. Tabelle. Randblütenanzahl der Ast- und Zweigköpfchen an Aesten mit 15 Randbliiten

im Astköpfchen

II.
15
12

13
13

- II.

14

13

0.

14

XVI.

34

13. Tabelle. Randblütenanzahl der Ast- und Zweigköpfchen an Aesten mit 16 Randblüten

im Astköpfchen.
I.

16
13,16

16

12,75

14. Tabelle. Randblütenanzahl der Ast- und Zweigköpfchen an Aeston mit 17 Randblüten

in Astköpfchen.

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15. Tabelle. Randblütenanzahl der Ast- und Zweigköpfchen an Aesten mit 18 Randblüten

im Astköpfchen.

III.

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18

14,87 15

18,5

16. Tabelle. Randblütenanzahl der Ast- und Zweigköpfchen an Aesten mit 19 Randblüten

im Astköpfchen.
0. I. II. III. IV. V. VI. VII.
1912 15 13 - - - -
1913 - - - -

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