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wandtschaft mit Pleuronemina zu zeigen, und ich rechne sie deshalb auch zu dieser Familie.

Diese neue Gattung Pleurocoptes hat jedoch keine ausgeprägte Verwandtschaft mit irgendwelchen früher innerhalb der Familie bekannten Formen aufzuweisen Am nächsten mag wohl doch diese neue Infusorie den Gattungen Lembadion Perty u. Pleuronema Djsd, kommen.

In dem Ektoparasitismus der Pleurocoptes, einer Lebensweise, die von der der übrigen Formen derselben Familie verschieden ist, kann wohl ein ziemlich hinreichender Erklärungsgrund für ihre isolierte Stellung zu finden sein.

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a.

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Berichtigung zu dem Artikel in Nr. 9 dieses Blattes von H. Ďriesch über die Maschinentheorie des Lebens.

Von Wilhelm Roux in Halle a./S. Driesch sagt auf p. VII des Vorwortes zu seiner von ihm sogenannten „analytischen Theorie der organischen Entwicklung“:

„Sage ich hier etwas anderes, als ich früher sagte, oder sage ich etwas in anderer Form, so ist das kein Widerspruch in meinen Ausführungen, sondern eine Weiter- oder auch Umbildung derselben. Kritiker aber bitte ich dringend, die Vermengung von Altem und Neuem in meinen Schriften zu unterlassen“.

Dies ist doch wohl so zu deuten, dass man über Früheres mit ihm nicht mehr rechten soll, soweit Neues vorliegt.

Unter direkter Beziehung auf diese neueste Schrift berichtete ich daher in dem Nachwort zu meinen gesammelten Abhandlungen: „Driesch denkt sich die Lebensvorgänge 1) und den typischen Eibau, „sehr einfach“, grobphysikalisch-chemisch, er leugnet ferner eine spezifische Struktur des Zellkerns, indem er ihn bloß als ein Gemisch chemischer Substanzen (1. c. S. 92) auffasst“.

Dazu schreibt jetzt Driesch: „Wo habe ich denn solchen Nonsens gesagt?“ und verweist auf abweichende ältere Aeußerungen.

Darauf ist zu antworten: Auf S. 92 und 86 der zitierten Schrift.

S. 92 steht: „Der Kern ist uns ein Stoffgemenge; wir redeten nicht von einer Struktur des Kernes; also ist auch in fiktiver Einkleidung unsere Theorie in Hinsicht auf Form als solche epigenetisch“.

S. 86: „Der Kern, obschon Träger aller Möglichkeiten, braucht diese doch nicht in einer besonderen Form2) zu besitzen; somit ist unsere Theorie epigenetisch in Hinsicht auf das Entstehen der Form als solches“.

1) Dass D. außer den einfach physikalisch - chemischen Lebensvorgängen noch einen teleologischen Teil derselben unterscheidet, wurde loco cit. gleichfalls mitgeteilt.

2) Vom Autor durch gesperrten Druck hervorgehoben,

Der Autor müsste wohl wieder von einer sehr ausgiebigen „Umdeutung.“ Gebrauch machen, um darzuthun, dass diese Aeußerungen nicht den obigen Sinn haben; fast noch mehr als bei der seinerzeitigen Verleugnung seiner eigenen Semimorula und Semiblastula der Seeigel, als sie ihm nicht mehr in seine Theorie passten. Auch diese Verleugnung geschah in einer Form, dass die Leser glauben mussten, die Gebilde wären eine Erfindung von mir; auf die erfolgte Vorhaltung wurde dann die Verleugnung in eine „Umdeutung“ umgewandelt.

Wir sehen daher auch, so lange derartige „Umdeutungen“ zu gewärtigen sind, davon ab, auf den sachlichen Inhalt von D.'s weiterer Darstellung einzugehen.

Zugleich unterlassen wir es, die für sich allein schon bezeichnenden, auch bei dieser Gelegenheit wiederholten selbstgefälligen Exclamationen Driesch's, dass „der Darwinismus abgethan sei“, dass er „die Nasführung einer Generation“ sei (vorher: dass die Darwinisten an Degeneration des Gehirnes litten), zu diskutieren. Wir können es in Ruhe abwarten, bis der Autor solcher Auffassungen gelernt hat, den Wert von Argumenten zu beurteilen, statt bloß der zur Zeit noch so oft wechselnden Stimme seines eigenen Innern zu lauschen, sie bewundernd zu verehren und alles jeweilig davon Abweichende für falsch zu erklären.

Die Einsicht, dass der Darwinismus auch nach meiner Ausdehnung des Kampfes ums Dasein von den Personen auf die diese zusammensetzenden Bionten nicht alle großen Rätsel der Phylogenese und Ontogenese löst, ist nicht ganz neu (siehe meine gesammelten Abhandl., Bd. II, S. 60—66). Neu ist bloß die eigentümliche Auffassung einiger junger Autoren, dass deshalb der Darwinismus ganz zu verwerfen – das Kind mit dem Bade auszuschütten — sei.

Ebenso unbegründet ist es, anzunehmen, dass dasjenige organische Geschehen, welches nicht jetzt gleich, beim ersten Versuch ursächlicher Erkenntnis der Ontogenese, also auf Anhieb in seine mechanischen Komponenten ') zerfällt, als nichtmechanisch gedeutet werden müsse.

1) Zugleich sei darauf hingewiesen, dass ich die Bezeichnung mechanisches Geschehen nicht in dem engeren, physikalischen, sondern im weiteren philosophischen Sinne „jedes der Kausalität unterstehenden Geschehen s“, also jedes „beständigen sive konstanten“ d. h an jedem Ort und zu jeder Zeit bei gleichen Komponenten in gleicher Weise stattfindenden Geschehens gebrauche; da dies – trotz wiederholter Reproduktion dieser Definition nicht genügend bekannt geworden ist, haben sich vielfach irrtümliche Auffassungen meines Programmes verbreitet. Ausgeschlossen ist dabei also nur „der Kausalität nicht unterstehendes sive unbeständiges sive metaphysisches Geschehen“ (wie es manche Autoren für möglich oder existierend halten), weil dieses prinzipiell unerforschbar sein müsste.

Dem entprechend ist die Entwicklungsmechanik nicht bloß die ursäch

Eines sei noch erwähnt.

Der Unterschied von grob- und fein-physikalisch chemisch ist Driesch, wie er mitteilt, nicht klar; und er baut auf diesem subjektiven Mangel oberhalb und unterhalb des Striches der Seiten eine ganze Reihe komischer Schlüsse zu dem Zwecke auf, um mich angeblich mit mir selber in Widerspruch zu setzen.

Grob und fein – dass ihm diese Distinktion überhaupt sowie die angemessene Verwendung der entsprechenden Charaktere fortdauernd Schwierigkeiten bereitet, ist den Lesern seiner Polemiken bekannt.

Das entsprechende Physikalische angehend, so leitete z. B. Borelli die Verkürzung der Muskeln von der Aufblähung hohler Blasen ab; das ist uns jetzt zu grob-physikalisch. Wenn die von mir erwiesene Selbstordnung der Furchungszellen durch Selbstnäherung, Selbstvereinigung, Selbstlösung und durch Zellgleiten (Archiv f. Entwicklungsmechanik, Bd. III, S. 381-468) allein von der physikalisch-chemischen Beschaffenheit der Oberfläche der Zellen abhinge, wäre sie einfacher, gröber physikalisch-chemisch bedingt, als wenn sie, wie wir nach meiner Meinung anzunehmen genötigt sind, von den vererbten typischen gestaltenden Qualitäten des Zellinnern aus vermittelt und geleitet wird.

Denn wenn an einem bestimmten, also abgegrenzten physikalischchemischen Geschehen statt bloß 2–3 etwa 10—100 Komponenten beteiligt sind, so müssen die einzelnen Teilvorgänge „feinere“ sein; und man kann das ganze Geschehen selber als „, feiner physikalischchemisch“ bedingt bezeichnen als ersteren Falles ; obschon ich selber diese Bezeichnung nicht gebraucht habe, sondern den Ausdruck „komplizierter physikalisch-chemisch“ als Gegensatz zu „einfach(ev. grob-) physikalisch - chemisch“ vorziehe.

Nachdem ich mehrfach die Notwendigkeit der Unterscheidung von einfachen und von komplexen (zur Zeit für uns nicht weiter zerleg. baren aber in sich außerordentlich vielfach zusammengesetzten) Komponenten des organischen Geschehens begründet habe, durfte ich erwarten, dass meine Leser sich die demnach naheliegende Deutung der kurzen Bezeichnungen: „grob- oder einfach-physikalischchemisch“ bedingter Vorgänge selber ableiten würden; und es liegt, von H. Driesch abgesehen, auch keine Veranlassung vor, anzunehmen, dass sie dazu nicht im Stande gewesen wären. liche Lehre von den ngrobmechanischen“ Gestaltungsvorgängen, von den Massenkorrelationen, wie vielfach angenommen wird, sondern die ursächliche Lehre von allem im obigen Sinne ,beständigen“ also von dem sogenannten „gesetzmässig stattfindenden“ Gestaltungsgeschehen der Organismen, mag dasselbe im Speziellen atomistisch, energetisch oder soustwie aufgefasst werden oder sein.

79. Versammlung der Schweizerischen naturforschenden

Gesellschaft am 2.-5. August 1896 in Zürich.

Die naturforschende Gesellschaft von Zürich, die älteste der Schweiz und eine der ältesten wissenschaftlichen Gesellschaften des Kontinents, feiert in diesem Jahre ihren 150 jähr. Bestand. Hiermit ist die Versammlung der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft verbunden.

Programm. Sonntag, den 2. August: 4 Uhr abends : Sitzung der vo beratenden Kommission in der neuen Tonhalle. 8 Uhr abends: Empfangsabend in den Uebungssälen der neuen Tonhalle, dargeboten von der züricherischen naturforschenden Gesellschaft.

Montag, den 3. August: 8 Uhr morgens: Erste Hauptversammlung im grossen Tonhallesaal. 1. Eröffnungsrede des Jahrespräsidenten. 2. Vortrag von Herrn Gcheimrat Prof. Dr. Kölliker von Zürich, in Würzburg: Ueber die Verrichtungen der mikroskop. Elementarteile der Hirnrinde". 3. Vortrag von Herrn Prof. Dr. Bamberger in Zürich: Die chemische Energie. Zwischen den Vorträgen geschäftliche Traktanden. - 1 Uhr nachm.: Bankett in der Tonhalle. - 6- 10 Uhr abends: Dampfschifffahrt, bei der Rückkehr venetianische Nacht.

Dienstag, den 4. August: Von 8 Uhr an: Sektionsversammlungen. Es sind folgende Sektionen in Aussicht genommen: 1. Sektion für Botanik; 2. Sektion für Faunistik und Systematik (inkl. Entomologie); 3. Sektion für Anatomie und Embryologie; 4. Sektion für Mineralogie; 5. Sektion für Geologie und Paläontologie; 6. Sektion für Land- und Forstwirtschaft; 7. Sektion für Ethnographie und Geographie; 8. Sektion für Mathematik ; 9. Sektion für Astronomie und Geodäsie; 10. Sektion für Physik; 11. Sektion für Meteorologie; 12. Sektion für Chemie und chem. Technologie; 13. Sektion für Ingenieur - Wissenschaften; 14. Sektion für Medizin: 15. Sektion für Pharmacie und Lebensmittelchemie; von 5 Uhr abends an: Freie Vereinigung im Dolder.

Mittwoch, den 5. august: 8 Uhr morgens: Zweite Hauptversammlung im grossen Saale der neuen Tonhalle. 1. Vortrag von Herrn Geheimrat Prof. Dr. Ziegler in Freiburg: Die Zweckmässigkeit pathologischer Lebensvorgänge. 2. Vortrag von Herrn Prof. Henri Dufour in Lausanne: L'étude de la radiation solaire en Suisse". 3. Vortrag von Herrn Prof. Dr. Geiser in Zürich: Bundesrat Schenk. 4. Vortray von Herrn Prof. Di. Schröter in Zürich: Die Flora der Seen“. Geschäftliches zwischen die Vorträge eingeschaltet. 2 Uhr nachm.: Bankett auf dem Uetliberg.

Gleichzeitig mit der Jahresversammlung der schweiz, naturforschenden Gesellschaft werden noch folgende Gesellschaften ihre Sitzungen in Zürich halten: 1. Die schweiz, geologische Gesellschaft: Dienstag, den 4. August, morgens 8 Uhr, im gleichen Lokal wie die Sektion für Geologie. 2. Die schweiz. botanische Gesellschaft: Dienstag, den 4. August, morgens 8 Uhr, im gleichen Lokal wie die Scktion für Botanik. - Traktanden: 1. Bericht des Komites; 2. Rechnungsabnahme pro 1895; 3. Neuwahl des Komites; 4. Unvorhergesehenes. -3. Die schweiz. entomologische Gesellschaft: Sonntäg, den 2. August, morgens 81/, Uhr. Das Lokal für diese Versammlung wird durch Zirkular an sämtliche Mitglieder bekannt gegeben werden. -- Nach Beendigung der Jahresversammlung findet eine Exkursion der schweiz. geologischen Gesellschaft unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. A. Heim, durch Sihithal und Wäggithal nach der Silbern statt. Abfahrt von Zürich Donnerstag, den 6. August. Nähere Mitteilungen werden in Zürich erfolgen. - Ebenso geht eine botanische Exkursion nach Einsiedeln und in die Glarner Alpen. Näheres wird später an alle Mitglieder der schweiz. botanischen Gesellschaft und an alle Interessenten mitgeteilt, die es verlangen. Zürich, im Mai 1896.

Namens des Jahresvorstandes : Präsident: Prof. Dr. Alb. Heim. Vize-Präsident: Prof. Dr. F. Rudio.

Sekretäre: Prof. C. Bourgeois und Dr. Aug. Aeppli. Internationaler Kongress für Medizin in Moskau 1897.

Im nächsten Jahre, 1897, wird vom 7. (19.) bis zum 14. (26.) August der XII. internationale Kongress für Medizin in Moskau stattfinden. Von seiten des Kongress-Komités sind bereits Exemplare der Regeln versandt worden.

Der Vorstand der Sektion für Anatomie, Histologie und Anthropologie hat ausserdem ein Schreiben (in russischer Sprache) versandt. In dem Schreiben wird den Fachgenossen eine Anzahl von Fragen vorgelegt, über die auf dem Kongresse verhandelt werden soll.

Die betreffenden Fragen werden hier mitgeteitt mit der Bitte, dass die Fachgenossen Kenntnis davon nehmen und so bald als möglich noch andere Fragen und Themata stellen sollen, damit die Kongressleiter sich zeitig an nicht - russische und russische Gelehrte wenden können, um sie zu einer Beant. wortung der Fragen zu veranlassen.

Gleichzeitig werden die Herren Fachgenossen gebeten, so bald als möglich die Themata mitteilen zu wollen, über welche sie auf dem Kongress in den Sektions-Sitzungen Vorträge halten oder Mitteilungen machen wollen.

Zur Entgegennahme jeglicher Mitteilung und zur Vebermittelung an die Sektions-Vorstände in Moskau ist bereit

Dr. L. Stieda,
Geheimer Medizinalrat, 0. Professor d. Anatomie

a. d. K. Universität zu Königsberg i. Pr.

Sektion für Anatomie. 1. Soll die lateinische anatomische Nomenclatur, die von der anatomischen Gesellschaft ausgearbeitet worden ist, zu einer internationalen gemacht werden?

2. In welcher Weise ist eine einheitliche Nomenclatur in der russischen anatomischen Litteratur durchzuführen?

3. Ist die Polydaktylie als eine Spaltbildung oder als Atavismus aufzufassen? 4, Die Homologie der oberen und unteren Extremität.

Sektion für Histologie. 1. Vergleichende Kritik der verschiedenen Theorien und Hypothesen über den Bau des Protoplasmas im Allgemeinen.

2. Die Bedeutung der Blastomeren bei der Segmentation der Eier. Postregeneration. Die Entwicklung der Cuticular- und Zwischensubstanzen.

3. Die Bedeutung der Centrosomen, Sphären und der Nebenkerne in rerschiedenen Zellen. Die Bedeutung der direkten oder amitotischen Teilung.

4. Die gegenseitige Beziehung der Nervenzellen in den Nervencentren und Sinnesorganen. 5. Die Innervation der Drüsen.

Sektion für Anthropologie. 1. Was für Massregeln sind zu ergreifen, um möglichst genaue Thatsachen über die anthropologischen Typen der russischen wie der nicht - russischen Be. völkerung Russlands zu gewinnen?

2. Was sind die vorzüglichsten charakteristischen Eigentümlichkeiten des Mongolen-Schädels und bei welchen Volksstämmen sind diese Eigentümlichkeiten am häufigsten zu finden und am deutlichsten zu erkennen?

3. Inwieweit unterscheiden sich die Schädeltypen der gegenwärtigen Bevölkerung Mittel - Russlands von den Schädeltypen der Kurganbevölkerung? Wie ist die etwaige Veränderung der Typen zu erklären?

4. Die Schädeltypen des Prof. Sergi und ihre Bedeutung für die Klassifikation der Schädelformen.

5. Die Anomalien des Skeletts und der äusseren Bedeckungen. Haben einige von ihnen die Bedeutung von Rassenmerkmalen oder können einige von ihnen als atavistische Bildungen gelten?

Notiz. * Herr Dr. Otto Zacharias (Plön) macht uns die Mitteilung, dass die Biologische Station am Gr. Plöner See behufs Renovation sämtlicher Räumlichkeiten während der Dauer des Monats Juli cr. geschlossen bleiben müsse. Erst vom 5. August ab können wissenschaftliche Arbeiten wieder vorgenommen werden. Nach der bisher in Plön gemachten Erfahrung eignet sich die Zeit vom 1. August bis Mitte September besonders gut dazu, um Studien über das Süsswasserplankton des dortigen (30 Quadratkilometer grossen) Sees zu machen, worauf wir Interessenten hinweisen wollen - Die für einen Arbeitsplatz pro Woche zu erlegende Gebühr beträgt 10 Mark. Verlag von Eduard Besold (Arthur Georgi) in Leipzig. - Druck der kgl.

bayer. Hof- und Univ.- Buchdruckerei von Junge & Sohn in Erlangen.

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