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Vorwort.

In der vorliegenden Arbeit hat es sich der Verfasser zur Aufgabe gemacht die in der Litteraturgeschichte als „Gothic Romances“ bekannten Romane von Horace Walpole, Clara Reeve, Ann Radcliffe, Matthew Gregory Lewis, Charles Robert Maturin u. a. zu betrachten. Zu der Behandlung des Gegenstandes ist hier nur wenig zu bemerken. Vorangeschickt wurde dem Ganzen eine kurze Einleitung, in der versucht worden ist die Anfänge der Gothic Romance in Smollets „Adventures of Ferdinand Count Fathom“ nachzuweisen. Bei der Besprechung von Walpoles „ Castle of Otranto“ kam es

neben der Darstellung des Romanes selbst dem Verfasser hauptsächlich darauf an zu zeigen, auf wie seltsame Weise die erste Gothic Romance entstanden ist. Die Bemerkungen über Miss Reeves ,Old English Baron“ möchten darthun, wie dieser unter dem Eindruck des Castle of Otranto“ geschriebene Roman von der Gothic Romance Walpoles zu der Mrs. Radcliffes hinübergeführt hat. Von den Romanen Mrs. Radcliffes konnten ,The Castles of Athlin and Dunbayne“ und , A Sicilian Romance" wegen ihrer Bedeutungslosigkeit kurz abgehandelt werden, während , The Romance of the Forest“, „The Mysteries of Udolpho“, ,The Italian“ und der völlig in Vergessenheit geratene „Gaston de Blondeville“ einer eingehenderen Betrachtung unterzogen wurden. Letzterer deshalb, weil er nach des Verfassers Meinung den Übergang von der Gothic Romance zu der Historical Romance Walter Scotts bildet. The Romance of the Forest“ und „The Mysteries of Udolpho“ wurden wegen ihrer Ähnlichkeit in vergleichender Darstellung behandelt. Die Besprechung von Mrs. Radcliffes Hauptwerk, , The Italian“, bringt eine neue Herleitung des Byronschen Heldentypus. –

In einem zweiten Teil dieser Untersuchung wird nach einer Betrachtung der Romane von Lewis und Maturin noch der Einfluss festzustellen sein, den die Gothic Romance auf die Romane von Godwin, Mr. and Mrs. Shelley, Scott, Bulwer, Ainsworth, Dumas, Sue, Nodier, Victor Hugo, Spindler, E. T. A. Hoffmann u. a. ausgeübt hat.

Der Verfasser.

Einleitung

(,,The Adventures of Ferdinand

Count Fathom"
by Tobias Smollet.)

Es ist ein eigentümlicher Zufall in der Geschichte der englischen Litteratur, dass gerade ein Schriftsteller, der sonst einer der entschiedensten Vertreter der realistischen Darstellungsweise war, zugleich der erste gewesen ist, der die Wiedereinführung von romantischen Elementen in den Roman versucht hat. Der Schriftsteller, auf den wir anspielen, ist kein geringerer als Tobias Smollet; dasjenige seiner Werke, welches hier in Betracht kommt, „The Adventures of Ferdinand Count Fathom". (1753)

The Adventures of Ferdinand Count Fathom“ beruhen wie Fieldings „History of the life of Jonathan Wild the Great“ (1743) auf dem alten Schelmen- und Gaunerroman. Ferdinand Count Fathom ist ein mit allen Vorzügen des Körpers und Geistes ausgestatteter Abenteuerer von niederer Herkunft. Vom Glück begünstigt führt er die gewissenlosesten Betrügereien und Schandthaten aus und untergräbt durch Verleumdungen, Ehebrüche u. s. w. die Ruhe mancher Familie. Allmählich aber sinkt er immer tiefer und tiefer, verliert sein ganzes Vermögen und wird von einer schweren Krankheit an den Rand des Grabes gebracht. In diesem Zustand findet ihn sein ehemaliger Freund und Wohlthäter, der von ihm aufs schmählichste hintergangene Graf Renaldo. Grossmütig verzeiht ihm dieser, und der reuige Fathom zieht sich nun nach seiner Genesung mit einem kleinen Jahrgeld in ein entlegenes Dorf zurück, wo er den Rest seiner Tage als gebesserter Mensch verbringt.

In dieses kurz beschriebene Ganze, das sich mit den Abenteuern Fathoms meist sehr ausführlich befasst, hat Smollet an verschiedenen Stellen Schilderungen eingeflochten, die völlig im Geist der späteren Gothic Romance

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