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doppelten, ja sogar, wie Fig. 27 lehrt, mit der vierfachen Anzahl. Wir wissen, wie eine solche Verdoppelung zu stande kommen kann; dann nämlich, wenn eine sonst zum Vollzug gelangende Kern- und Zellteilung sich bis auf die Halbierung der chromatischen Elemente rückbildet. Die Fig. 3, 4, 46, 48, 42 L, 43 L repräsentieren demnach Stadien vor der fertigen Äquatorialplatte von Eiern mit 48 Elementen. Fig. 47 zeigt uns eine Aquatorialplatte mit dieser Zahl von Stäbchen vom Pol, Fig. 52 eine schräg gestellte Spindel mit Tochterplatten, deren jede 48 Elemente enthält. Wir haben damit eine ganz kontinuierliche Serie zusammengehöriger Bilder vor uns. Es bliebe nun noch die Fig. 27 übrig, welche ungefähr 96 Elemente aufweist, und zwar, wie die unregelmäßige Verteilung derselben in der Spindel lehrt, 96 Mutterelemente. Es ist wohl am wahrscheinlichsten, daß sich diese Figur zu denen mit 48 Elementen ebenso verhält, wie die abpormen Richtungsspindeln mit 4 Elementen, die ich von Ascaris mey. (Typ. CARNOY) beschrieben habe, zu den dort regulären Figuren mit nur zwei Elementen, daß also in diesem Fall bei Ascaris clavata die Bildung des ersten Richtungskörpers nicht zur Ausführung gelangt ist, sondern auch die sonst ausgestoßenen 48 Tochterelemente im Ei verblieben sind und nun mit den 48 übrigen in einer zweiten Spindel als Mutterelemente fungieren.

Endlich kann nach CARNOY das Auseinanderweichen der Tochterplatten ganz unterbleiben. Er verweist dabei auf seine Fig. 13 L’, obgleich er auf Seite 261 sagt: „Quant aux images analogues à celle de la fig. 13 L’, nous n'avons pu déterminer leur sort ultérieur avec certitude“. Offenbar schließt sich an dieses Bild ein solches an, wie es in Fig. 51 wiedergegeben ist, ganz entsprechend meinen Figuren 14 und 15, wo zwei parallele Tochterplatten sich voneinander entfernen.

4) „Tous les phénomènes de la dislocation ou de la résolution de la figure cinétique ont échappe à B.. Dáprès nos observations réitérées sur les Ascaris lomb. et clav., ainsi que sur les autres nématodes, la figure cinétique disparait morphologiquement, dans un très-grand nombre de cas, avant la formation du globule luimême.“

Über die von CARNOY behauptete völlige Rückbildung der Spindel vor der Teilung habe ich mich schon bei der Beurteilung seiner Befunde an Ascaris meg. ausgesprochen; ich wiederhole hier, daß nach meinen Untersuchungen die „große Zahl von Fällen“, welche diese Erscheinung beweisen sollen, durch schlechte

Konservierung bedingt sind. Die achromatische Figur verkürzt sich oft sehr beträchtlich und kann ihre Faserung völlig verlieren; aber sie bleibt stets in scharfer Abgrenzung gegen die Zellsubstanz bestehen. Die Verbindungsfasern (fuseau de séparation), die zwischen den sich voneinander entfernenden Tochterplatten auftreten, entsprechen demnach vollkommen den Verbindungsfasern aller übrigen Mitosen. Nach der Frage zu schließen: „Boveri est-il bien sûr qu'il n'a pas pris le fuseau de séparation pour le fuseau originel ?" scheint CARNOY der Meinung zu sein, daß ich die Verbindungsfasern für identisch mit den ursprünglichen Spindelfasern halte. Dies ist durchaus nicht der Fall; im Gegenteil, ich betrachte nicht nur in den Richtungsspindeln der Ascariden-Eier, sondern ganz allgemein die Verbindungsfasern als eine Neubildung, worüber ich demnächst an günstigeren Objekten ausführlicher handeln werde.

Ich glaube, man darf nach dieser neuesten Arbeit CARNOY'S noch bestimmter, als ich es schon gethan habe, den Satz aussprechen, daß sich die Richtungskörperbildung der Nematodeneier vollkommen unter das Schema der Karyokinese einreihen läßt.

CARNOY unterscheidet jetzt drei Typen (pag. 239); der erste enthält Ascaris megalocephala, Spiroptera strumosa, Filaroides mustelarum, Coronilla (sp. ?) und die Ascaris des Hundes, der zweite Ophiostomum mucronatum und Ascaris clavata, der dritte Ascaris lumbricoides. Wir haben gesehen, daß der durch Ascaris meg. repräsentierte Modus als typische Karyokinese zu betrachten ist; das Gleiche wissen wir von Ascaris lumb. und clav., für die ja CARNOY nunmehr selbst die charakteristischen Phänomene der Karyokinese zugiebt. Indem er Ophiostomum mucronatum, bei welchem Wurm nach seiner früheren Beschreibung ein vom typischen sehr abweichender Verlauf zu konstatieren wäre, jetzt mit Ascaris clavata zusammenstellt, scheint er die Interpretation seiner darauf bezüglichen Figuren, die ich oben gegeben habe, auch seinerseits als die richtige erkannt zu haben, wenn er auch seine früheren irrtümlichen Angaben nicht zurücknimmt.

Tafelerklärung

Sämtliche Abbildungen sind bei Anwendung von is homog. Immersion, Oc. 2 von Zeiß gezeichnet, mit Ausnahme der Fig. 1—6, Taf. I und 54–56, Taf. II, für welche Oc. 1 benutzt wurde.

Fig. 1-6.ndie Verände Sexualzedimbläsc

Tafel I. Alle Figuren von Ascaris meg. (Typ. CABNOY). Fig. 1-6. Eier in verschiedenen Stadien der Richtungskörperbildung,

um die Veränderungen der Zellsubstanz zu zeigen. Fig. 7. Kopulation der Sexualzellen. Fig. 8—12. Umbildung des Keimbläschens in die erste Richtungs

spindel. In Fig. 10, 11, 12 zeigt b den gleichen Kern wie

a, um 90° gedreht. Fig. 13 a, b. Zwei chromatische Elemente mit divergierenden Hälften, Fig. 14. Ausgebildete erste Spindel im Profil. Fig. 15. Desgleichen im optischen Äquatorialschnitt. Fig. 16. Erste Spindel schief zur Eioberfläche. Fig. 1724. Bildung des ersten Richtungskörpers bei radialer Stellung

der Spindel, Fig. 25 und 26. bei schiefer Stellung der Spindel, anschließend an

Fig. 16, Fig. 27. bei querer Stellung der Spindel (?); in b sieht man auf das

in a gezeichnete Ei in der Richtung des hier angegebenen

Pfeiles. Fig. 28–31. Ablösung des ersten Richtungskörpers unter gleich

zeitiger Bildung der zweiten Perivitellinschicht.

Tafel II. Alle Figuren von Ascaris meg. (Typ. CARNOY). Fig. 32 a. Der im Ei verbliebene Teil der ersten Richtungsspindel,

b der zugehörige erste Richtungskörper. Fig. 33–38. Bildung der zweiten Richtungsspindel und Drehung der

chromatischen Elemente. Fig. 39. Ausgebildete zweite Spindel; die Achsen der beiden Elemente

parallel. Fig. 40. Desgleichen; die Achsen der Elemente sonkrecht zu einander,

Fig. 41-45. Bildung des zweiten Richtungskörpers.
Fig. 46. Ei- und Spermakero.
Fig. 47–52. Verschiedene Stadien eines abnormen Entwicklungs-

ganges, bei welchem nur ein einziger Richtungskörper ge

bildet wird. Fig. 47. Quergestellte erste Spindel ; Fig. 48 und 49. Die beiden Tochterplatten bleiben im Ei; Fig. 50 und 51. Die zweite Spindel enthält demnach 4 Elemente; Fig. 52. Der Eikern besteht aus 4 Stäbchen. Fig. 53. Von dem einen der 2 Doppelstäbchen des ersten Richtungs

körpers ist die eine Hälfte (x) abnormerweise im Ei zurück

geblieben. Fig. 54. Der zweite Richtungskörper ist im Ei zurückgeblieben und

hat einem zweiten Eikern Entstehung gegeben. Fig. 55. Der zweite Richtungskörper enthält nur ein Element; das

andere ist im Ei zurückgeblieben und hat hier einen kleineu

Kern neben dem Eikern gebildet. Fig. 56. Anstatt einen zweiten Richtungskörper zu bilden, hat sich

das Ei in zwei gleich große Tochterzellen (reife Eier) ge-
teilt, von denen die untere das Spermatozoon enthält. Die
Kernvakuolen von Ei- und Spermakern sind in pathologischer
Weise neben den chrom. Elementen entstanden.

Tafel III.
Fig. 1-18 von Ascaris meg. (Typ. VAN BENEDEN).
Fig. 19 „

„ (Typ. CARNOY).
Fig. 1 a, b, c. Keimbläschen befruchteter Eier.
Fig. 2, 3, 4, 5. Erste Richtungsspindeln im Profil.
Fig. 6 a. Erste Spindel im Profil, b. dieselbe um 900 gedreht, c.

vom Pol. Fig. 7 a, b, c. Wie Fig. 6. Beginn der Spaltung des chromatischen

Elements in zwei Tochterelemente. Fig. 8 a. Die Tochterelemente auf dem Wege nach den Polen ; b. die

selbe Spindel um 900 gedreht. Fig. 9 a. Die Tochterelemente an den Polen; b. dieselbe Spindel um

90° gedreht. Fig. 10. Ei unmittelbar nach der Ablösung des ersten Richtungs

körpers (Rk). Fig. 11. Zweite Richtungsspindel; das chrom. Element im Beginn

der Drehung. Fig. 12 a. Zweite Spindel nach vollendeter Drehung des chrom.

Elements; b. dieselbe Spindel um 900 gedreht. Fig. 13 und 14. Zweite Spindeln, in denen die beiden Hälften des

chrom. Elements sich der Länge nach voneinander losgelöst haben und nur an dem einen Ende noch in Zusammen

hang stehen. Fig. 15 a. Die beiden Tochterelemente auseinanderweichend, an

schließend an Fig. 12 a.6. dieselbe Spindel um 900 gedreht. Fig. 16. Abtrennung des zweiten Richtungskörpers. Fig. 17. Ei- und Spermakern.

Fig. 18. Pathologische Längsspaltung der ersten Spindel. Fig. 19. (Typ. CARNOY) Pathologisch veränderte Spindel, a. im Profil, b. vom Pol.

Tafel IV.

Alle Figuren von Ascaris lumb. Fig. 1. Keimbläschen eines noch an der Rachis sitzenden Eies; die

chrom. Elemente in Bildung begriffen. Fig. 2. Keimbläschen eines eben befruchteten Eies ; die chrom. Elemente

deutlich quergeteilt. Fig. 3—11. Umbildung des Keimbläschens zur Spindel. Fig. 12. Äquatorialplatte der ersten Spindel vom Pol mit 24 Elementen. Fig. 13—18. Bildung des ersten Richtungskörpers bei radialer Stellung

der Spindel. Fig. 19 und 20. Bei schiefer Stellung der Spindel. Fig. 21. Ausbildung der zweiten Spindel. Fig. 22 a. Zweite Richtungsspindel im Profil; b. Äquatorialplatte

derselben vom Pol mit 24 Elementen. Fig. 23. Querteilung der chrom. Elemente in der zweiten Spindel. Fig. 24–26. Bildung des zweiten Richtungskörpers. Fig. 27 X. Die innere Tochterplatte der zweiten Richtungsspindel,

vom Pol gesehen, mit 24 Elementen.

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